Uni-Urteil: Guttenberg täuschte „vorsätzlich“

Schlechte Nachrichten für Karl-Theodor zu Guttenberg: Nach Wochen des Prüfens der Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers bescheinigt die Universität Bayreuth nun dem CSU-Politiker ein "vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten". Bei seiner Doktorarbeit soll zu Guttenberg "die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht" haben. Bereits am 23. Februar 2011 hatte die Hochschule zu Guttenberg den Doktortitel aberkannt.

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Der Abschlussbericht der Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" soll laut dpa zu dem Schluss kommen, dass sich über die ganze Arbeit verteilt Stellen finden lassen, die als Plagiat zu qualifizieren seien. Besonders deutlich lasse sich dies anhand der verwendeten Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages veranschaulichen.

Den kompletten 40-seitigen Bericht der Selbstkontroll-Kommission wollen Hochschulpräsident Rüdiger Bormann und der Kommissionsvorsitzende Stephan Rixen am kommenden Mittwoch vorstellen.
Die Web-Plagiatsjäger kamen bereits in ihrem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass annähernd die Hälfte der Doktorarbeit abgeschrieben worden sei. So sollen laut einer automatischen Auswertung 8.000 der 16.300 Textzeilen Plagiate enthalten.

In einem ersten Kommentar kommt Faz.net-Autorin Heike Schmoll zu dem Schluss, dass die Plagiatsaffäre zu Guttenbergs die Wissenschaft und Öffentlichkeit aufgerüttelt habe. "Selten schien die Kluft zwischen offizieller Bewertung und wirklicher Qualität so groß, noch nie hat sich die Öffentlichkeit im Internet so intensiv an der Aufdeckung abgeschriebener Passagen beteiligt, selten dürfte wissenschaftliches Fehlverhalten so rasch sanktioniert worden sein."

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