Gottschalks deprimierende Visite bei Samuel

Ein symbolträchtiges Wiedersehen, begleitet von Reportern von Europas größter Zeitung: Thomas Gottschalk besuchte zusammen mit Bild Samuel Koch in dessen Rehaklink. Das Blatt druckte den Report am Donnerstag auf Seite 1 und holte so das Schicksal des gelähmten Wettkandidaten wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Deprimierende Bilanz des Treffens: Auch fünf Monate nach dem Show-Unfall ist der 23-Jährige fast vollständig bewegungsunfähig. Koch sehnt sich nach Heilung, doch die Wahrheit scheint bitter.

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Gottschalk spricht ihm Mut zu: „Ich war dabei, als du die letzten Meter gelaufen bist. Ich will auch dabei sein, wenn du irgendwann deinen ersten Meter läufst“, heißt es im Bild-Artikel über das Treffen der beiden.

Bild gibt Einblicke in Kochs Gesundheitszustand. So steuert Samuel offenbar den Rollstuhl selbst – aus der Schulter und dem Bizeps heraus. Das Blatt bezeichnet Koch allerdings als Tetraplegiker – als jemand, der “nur noch seinen Geist bewegen” könne. Tetraplegiker sind laut Definition Querschnittsgelähmte, bei denen alle vier Gliedmaßen betroffen sind.

Wie viele Texte, die in den vergangenen Wochen Kochs Gesundheitszustand thematisierten, schwankt der Bild-Artikel zwischen Mutmache und der Erkenntnis, dass der ehemalige Hochleistungssportler nie wieder gesunden wird.

Erst vor kurzem berichtete die Bild selbst, dass der gelähmte Koch erneut auf die Intensivstation verlegt worden war. Der Grund: heftige Schmerzen wegen einer Muskelverspannung. Das Springer-Blatt schrieb, dass Koch zuvor eine weichere Halsstütze umgelegt worden sei, die dann die extremen Verspannungen ausgelöst haben soll. Auf der Intensivstation soll ihm daraufhin eine Schmerztherapie mit Morphinen verordnet worden sein.

Samuel Koch ist im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil untergebracht, wo er täglich drei Behandlungen Ergotherapie und Physiotherapie erhält und psychologisch betreut wird.

In der Schweizer Zeitung SonntagsBlick hatte Koch sich im März über die Fortschritte gefreut: "Zum Beispiel, dass in der linken Hand das sensorische Gespür zurück kehrt. In der rechten Hand war schon länger wieder etwas davon da. Auch meinen linken Fuß spüre ich wieder ganz leicht." Noch kurz zuvor las man allerdings eine erschütternde Prognose des Vaters. Der ließ die Presse im Februar wissen, dass es Samuel "beschissen" gehe.

Ein anderes Bild zeichnete auch nicht der Stern, der Kochs Familie nach seinem Unfall begleitete. "Papa, ich will wieder gehen können" lautete die Headline des Reports, der sich mit "dem alten und neuen Leben" des Kandidaten Samuel Koch beschäftigte. Ein Reporter hielt engen Kontakt zur Familie. Ein Besuch des Patienten scheiterte, weil der 23-Jährige starke Schmerzen hatte. Das Fazit war damals – wie heute: Alle hoffen auf Genesung, aber die Chancen sind gering.

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