Die News-Websites mit den treuesten Lesern

Kaum eine Branche ist im Netz so umkämpft wie die der Nachrichten. Hunderte News-Sites kämpfen um jeden Leser, u.a. auch mit Suchmaschinenoptimierung und -marketing. Doch sind diese Maßnahmen Allheilmittel? Werden die Suchmaschinennutzer zu Stammlesern? MEEDIA hat mit Hilfe der AGOF- und der IVW-Zahlen untersucht, welche der 50 größten Nachrichtenangebote die treuesten Leser haben - und bei welchen das Publikum besonders treulos ist. Ergebnis: Bild, Spiegel und Express liegen vorn.

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Lesertreue ist für wohl jede redaktionelle Website ein wertvolles Gut- ähnlich wie die Zahl der Abonnenten bei Print-Produkten. Denn je zufriedener das Publikum mit den Inhalten ist, desto öfter kommt es wieder. Und je öfter es wieder kommt, desto höher der Traffic und die Werbeeinnahmen. Zudem wird die Kosten verursachende Traffic-Generierung mit SEO und SEM etwas unwichtiger, je mehr Stammleser auf die Seite gelockt werden können.

Um nun zu untersuchen, welche der großen News-Angebote das treueste Publikum auf ihren Seiten begrüßen, haben wir die Januar-Zahlen der AGOF und der IVW ins Verhältnis gesetzt. Wie viele Visits erzeugt ein Unique User? Oder einfacher ausgedrückt: Wie oft pro Monat besucht ein Leser die Website? Untersucht wurden die laut AGOF 50 reichweitenstärksten Nachrichten-Angebote des Januars (neuere AGOF-Zahlen liegen bekanntermaßen noch nicht vor). In die Wertung kamen die Unique-User-Zahlen und die IVW-Visits aus dem Inland.

Auf den beiden ersten Plätzen gab es interessanterweise denselben Zweikampf wie in den generellen Rankings von AGOF und IVW: Bild.de und Spiegel Online haben offenbar nicht nur die meisten Leser, sondern auch die treuesten. Ein klares Indiz dafür, dass die beiden Angebote als Leitmedien wahrgenommen werden, auf denen man sich zuerst und am öftesten informiert, sobald etwas passiert. 11,6 bzw. 11,3 Visits kamen im Januar pro Unique User zusammen. Eine eindrucksvolle Zahl, bedeutet sie doch, dass für jeden Besucher, der nur einmal pro Monat auf der jeweiligen Website war, ein anderer mehr als 20 mal wiedergekommen sein muss.

Überraschend geht es auf den nächsten Plätzen zu. Dort finden sich nämlich Express.de, n-tv.de, FTD.de und mopo.de. Express und Hamburger Morgenpost entwickeln als Boulevard-Angebote offenbar einen ähnlichen Suchtfaktor wie Bild.de – für Buntes in der Mittagspause oder zum Ablenken im Büro. n-tv.de und FTD.de könnten von ihren Finanz- und Börsentools und -berichten profitieren, die das Publikum besonders oft auf die Seiten locken. Ähnliches gilt auch für Handelsblatt Online (Platz 8) und manager-magazin.de (11). Von den überregionalen Angeboten finden sich zudem FAZ.net und sueddeutsche.de in der Top Ten, von den Regionalzeitungen die Neue Westfälische.

Ein paar andere der sehr traffic-starken Kontrahenten haben hingegen einen Platz ganz vorn verfehlt. So kam Zeit Online im Januar nur auf 4,3 Visits pro Unique User, Welt Online auf 3,9, stern.de auf 3,4, Focus Online auf 3,3 und RP Online sogar nur auf 2,9 und damit auf den 34. Platz. Eine noch geringere Lesertreue verzeichnen u.a. die Springer-Websites Abendblatt.de, BZ-Berlin und Berliner Morgenpost. Die Vermutung liegt nahe, dass hier viel Traffic über Suchmaschinen geholt wird – und die Besucher nicht wirklich zu Stammlesern werden. Überraschend schwach sind in unserer Stammleser-Wertung auch die Websites von taz.de (Platz 28) und Frankfurter Rundschau (42). Den beiden hätte man auf jeden Fall ein treueres Publikum zugetraut. Den letzten Platz nimmt noows.de ein, eine Website, die – vornehmlich mit Agenturinhalten – offenbar fast nur Suchmaschinenpublikum anlockt. 1,3 Visits pro Unique User sprechen zumindest eine klare Sprache.

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