Renren debütiert mit 50 Prozent Plus

Mit Kursaufschlägen von in der Spitze 50 Prozent startete das chinesische Internet-Unternehmen Renren gestern an der New Yorker Wall Street. Das größte Social Network des Reichs der Mitte kommt bereits auf enorme 120 Millionen Nutzer. Diese Wachstumsfantasie des "Facebooks Chinas" beflügelt dann auch zu fantastischen Kursaufschlägen: Renren platzierte seine Aktien am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne von 14 Dollar. Wenig später wurden die Papiere an der New Yorker Börse zu 21 Dollar gehandelt.

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Das chinesische Social Network Renren hat ein furioses Börsendebüt hingelegt. Einen Tag, nachdem chinesische Internetaktien an der Wall Street noch hart abverkauft wurden, bewies Renren, dass der Hype um die begehrten Papiere noch noch nicht vorbei ist. Im Gegenteil: Der Run auf Renren erinnerte eklatant an die Exzesse um Internet-Börsengänge um die Jahrhundertwende. 
Zu 14 Dollar je Anteilsschein platzierte Renren mehr als 53 Millionen Aktien an der New Yorker Wall Street und erlöste mit seiner Emission damit 743 Millionen Dollar. Das sind fast 50 Prozent mehr als noch vor zwei Monaten gemutmaßt wurde, als bekannt wurde, dass Morgan Stanley als konsortialführende Bank den Börsengang vorbereiten würde. 
Furioses Börsendebüt: 29 Prozent Plus zum Handelsende

Wie nach dem für Internetaktien höchst erfreulichen Jahresauftakt fast zu erwarten, wurde die Preisspanne zuletzt immer weiter nach oben auf nun 12 bis 14 Dollar je Aktie angehoben. Weil viele Anleger wegen der hohen Nachfrage bei Zeichnung der Papiere nicht zum Zuge gekommen waren, wurden zu Handelsstart an der Wall Street noch weitaus höhere Kurse gezahlt.

Bis auf 21 Dollar schossen die Aktie von Renren wenige Minuten nach ihrem Debüt an der New York Stock Exchange nach oben. Zu diesem Zeitpunkt wurde Renren an der Wall Street mit happigen 7,5 Milliarden Dollar bewertet.  Zu Handelsschluss blieb immer noch ein Plus von 29 Prozent hängen – die Aktien schlossen bei 18 Dollar.   

Mondbewertung: Renren nach Umsätzen fast viermal so teuer wie Facebook  

Damit wird der gerade mal sechs Jahre alte chinesische Emporkömmling bereits mit einem Vielfachen der Bewertung von Facebook gehandelt. Das weltgrößte Social Network setzte im vergangenen Jahr bekanntlich zwei Milliarden Dollar um – auf Basis der Bewertung von Goldman Sachs zu Jahresbeginn entspricht das dem 25-fachen des Umsatzes.

Zu 18 Dollar je Aktie wird Renren.com heute aber bereits für das rund 90-fache der Erlöse gehandelt – ist also fast viermal teurer. Zum Vergleich: Apple wechselt aktuell für den rund dreifachen Unternehmensumsatz den Besitzer. 

"Das Wachstum ist da, und dafür zahlen die Leute nun mal drauf"

"Natürlich kann man sagen, das ist überwertet, aber die Leute werden die Aktie trotzdem kaufen", erklärte Vermögensverwalter Darren Fabric von IPOX Capital Management gegenüber Bloomberg bereits vor dem Handelsstart. "Das Wachstum ist da, und dafür zahlen die Leute nun mal drauf." So kam es dann auch.

"Renren befindet sich an der Schnittstelle zweier Trends", ergänzt Nick Einhorn von Renaissance Capital – nämlich dem neuentfachten Internetboom, in erster Linie vorangetrieben durch den Hype um die sozialen Netzwerke, und die Wachstumstory China.   

So gelten chinesische Internetaktien dann auch seit Jahren als die heißeste Anlage auf dem Erdball: Das Wachstum ist gigantisch, das Angebot an westlichen Börsenplatzierungen jedoch knapp. Nicht zuletzt der enorme Börsenerfolg der Suchmaschine Baidu an der Wall Street, die inzwischen zum drittwertvollsten Internet-Unternehmen der Welt aufgestiegen ist, lässt Glücksritter immer wieder von märchenhaften Börsenerfolgen träumen. 

Enorme Fantasie durch bereits 120 Millionen Mitglieder

Es gibt jedoch auch die Kehrseite: Alibaba, das E-Commerce-Konglomerat des chinesischen Dot.com-Tycoons Jack Ma, debütierte Ende 2007 zu einer ähnlich ambitionierten Bewertung. Die Einstandskurse hat das Papier trotz einer ordentlichen Kurserholung seit 2009 bis heute nicht gesehen.    

Renren (chinesisch: "Jeder") selbst wurde 2005 – und damit ein Jahr nach Facebook – gegründet und kann bereits 120 Millionen Nutzer aufweisen, während Facebook wie Google unter der Blockade der chinesischen Regierung leidet und im Reich der Mitte keine Rolle spielt. 

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