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P7S1: Netto-Ergebnis nahezu verdoppelt

Die ProSiebenSat.1 Group konnte im ersten Quartal 2011 ihren Gesamtumsatz um 3,7 Prozent steigern. Betrug dieser im Vorjahresquartal noch 658,4 Mio. Euro, liegt er jetzt bei 682,8 Mio. Euro. Doch nicht in allen Segmenten konnten die Münchner punkten: Während die Umsätze im deutschsprachigen TV-Segment weitestgehend auf Vorjahresniveau blieben, entwickelte sich das Geschäft mit 9Live mit einem Minus von 34,3 Prozent rückläufig. Die Folge: Der Live-Betrieb des Senders wird zum 31. Mai 2011 eingestellt.

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"Dank der guten Wachstumsdynamik in vielen Geschäftsbereichen hat die ProSiebenSat.1 Group ihre Gewinne im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gesteigert. Mit dem Verkauf der Unternehmen in den Niederlanden und Belgien haben wir zudem unser Auslandsportfolio optimiert und unsere Finanzkraft gestärkt", wird Thomas Ebeling, CEO der ProSiebenSat.1 Media AG, in einer Unternehmensmitteilung zitiert.
In Zahlen ausgedrückt heißt das: Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (recurring EBITDA) lag mit 142,6 Mio Euro um 10,9 Prozent über dem Vorjahreswert (Q1 2010: 128,6 Mio Euro). Die operative Marge stieg auf 20,9 Prozent (Q1 2010: 19,5%) und spiegelt die hohe Profitabilität des Unternehmens wider. Das Netto-Ergebnis (Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter) hat sich mit 38,3 Mio Euro nahezu verdoppelt (Q1 2010: 21,7 Mio Euro).
Die externen Erlöse des Segments Diversifikation wuchsen gegenüber dem Vorjahresquartal um insgesamt 9,3 Prozent bzw. 7,5 Mio Euro auf 88,4 Mio Euro. Getragen wurde diese Entwicklung unter anderem durch erfolgreiche Geschäftsmodelle in Deutschland im Bereich Music, Commerce & Ventures. Auch der Bereich Video-Advertising hat seine Umsätze verdoppelt. Neben organischem Wachstum wirkte sich die Erstkonsolidierung von maxdome, die im Januar 2011 stattfand, positiv auf die Umsatzperformance aus.
Im deutschsprachigen TV-Segment konnte der Konzern seine externen Erlöse mit 413,3 Mio Euro auf dem Vorjahresniveau weitestgehend halten (-0,8% oder -3,4 Mio Euro). In diesem Umfeld konnte die ProSiebenSat.1 Group ihre führende Wettbewerbsposition mit einem Brutto-TV-Werbemarktanteil von 43,1 Prozent erfolgreich behaupten (Q1 2010: 43,1%). Die Werbeumsätze der Senderfamilie in Österreich und der Schweiz sowie der Bereich Programmproduktion und -vertrieb wuchsen nach eigenen Angaben dynamisch.
Beim externen Umsatz des internationalen TV-Segments stieg im ersten Quartal 2011 um 12,6 Prozent auf 181,1 Mio Euro (Q1 2010: 160,8 Mio Euro). Das Wachstum wurde maßgeblich von der Performance der nordeuropäischen Senderfamilie getrieben, die ihre TV-Umsätze deutlich um 27,3 Prozent auf 90,1 Mio Euro (Q1 2010: 70,8 Mio Euro) steigerte. Die Sender in Nordeuropa finanzieren sich sowohl über Werbe- als auch Distributionserlöse. Der Umsatzbeitrag der belgischen und niederländischen TV-Aktivitäten stieg um 6,7 Prozent auf 73,3 Mio Euro (Q1 2010: 68,7 Mio Euro), während die Umsätze der osteuropäischen TV-Aktivitäten in Ungarn und Rumänien im Vergleich zum Vorjahresquartal aufgrund der schwierigen makroökonomischen Situation zurück gingen.
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die TV-Sender-Familie im April 2011 die Geschäftsaktivitäten in den Niederlanden und Belgien veräußerte. Der Konzern erreichte ein Bewertungs-Multiple von 10,6 Prozent. Der den Transaktionen zugrunde liegende Unternehmenswert beläuft sich auf insgesamt 1,225 Mrd Euro. P7S1 verspricht sich von dem Verkauf eine deutliche Reduzierung der Netto-Finanzverschuldung. Kurz- bis mittelfristig ist es das Ziel, den Verschuldungsgrad auf den Faktor 1,5 bis 2,5 zu senken, heißt es in der Mitteilung.
Die Umsätze des Quizsenders 9Live, der sich durch kostenpflichtige Anrufe finanziert, entwickelten sich mit Minus 34,3 Prozent weiterhin deutlich rückläufig und betrugen 9,2 Mio Euro (Q1 2010: 14,0 Mio Euro). Vor dem Hintergrund des nachhaltig starken Rückgangs der Call-TV-Erlöse in den vergangenen Monaten wird der Live-Betrieb des Senders zum 31. Mai 2011 eingestellt. Danach werden auf dem Sender bis auf weiteres fiktionale Programme gezeigt. Mit der Einstellung des Live-Sendebetriebs entfallen alle Call-TV-Produktionen für die anderen Sender der Gruppe. Die Gewinnspiel- und Audiotex-Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group, die ebenfalls 9Live produziert, werden fortgesetzt.
Bereinigt um Abschreibungen in Höhe von 44,0 Mio Euro (Q1 2010: 32,6 Mio Euro) und Einmalaufwendungen von insgesamt 7,8 Mio Euro (Q1 2010: 9,4 Mio Euro) beliefen sich die operativen Kosten auf 541,3 Mio Euro. Damit konnte der Konzern seine operativen Kosten nahezu auf Vorjahresniveau von 532,2 Mio Euro halten (+1,7%). Die Gesamtkosten des Konzerns – bestehend aus Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten – sind im ersten Quartal 2011 um 3,3 Prozent bzw. 18,9 Mio Euro auf 593,1 Mio Euro gestiegen. Darin enthalten sind Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 11,2 Mio Euro auf die Sendermarke 9Live.
Das kontinuierliche Umsatzwachstum und die effizienten operativen Prozesse führten zu einer weiteren Profitabilitätssteigerung im ersten Quartal 2011: Das recurring EBITDA der Gruppe stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,9 Prozent auf 142,6 Mio Euro (Q1 2010: 128,6 Mio Euro). Dazu haben alle drei Segmente beigetragen. Die recurring EBITDA-Marge erhöhte sich damit weiter von 19,5 Prozent auf 20,9 Prozent. Das EBITDA wuchs um 13,1 Prozent auf 134,8 Mio Euro (Q1 2010: 119,2 Mio Euro). Das Periodenergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter steigerte der Konzern auf 38,3 Mio Euro (Q1 2010: 21,7 Mio Euro).
Zum 31. März 2011 hat sich die Netto-Finanzverschuldung um 278,4 Mio Euro bzw. 8,1 Prozent auf 3,152 Mrd Euro (31. März 2010: 3,431 Mrd Euro) verringert. Daraus ergibt sich im Vergleich zum Vorjahresquartal eine Verbesserung des Verschuldungsgrades von 4,7 auf den Faktor 3,4 (Verhältnis Netto-Finanzverschuldung zu recurring EBITDA der letzten zwölf Monate).
Der Konzern rechnet sowohl für das erste Halbjahr als auch für das Gesamtjahr 2011 mit steigenden Umsätzen im mindestens niedrigen einstelligen Prozentbereich. Während die Erlöse des deutschsprachigen TV-Segments  im ersten Halbjahr aufgrund der derzeitig zurückhaltenden Entwicklung im deutschen TV-Werbemarkt auf Vorjahresniveau liegen dürften, plant der Konzern für das Gesamtjahr mit einem leichten Umsatzwachstum. Für das internationale TV-Segment erwartet die ProSiebenSat.1 Group auf Jahressicht eine deutliche Umsatzsteigerung, die insbesondere durch die nordeuropäischen Märkte getrieben wird. Auch die Wachstumsbereiche im Segment Diversifikation wie Commerce und Ventures oder Video-Advertising werden im Gesamtjahr 2011 ihre Umsätze weiterhin dynamisch steigern. Die getroffenen Aussagen berücksichtigen künftige Änderungen im Konsolidierungskreis durch den Verkauf der niederländischen und belgischen Aktivitäten nicht.
Auf Jahressicht rechnet der Konzern unverändert mit einem niedrigen Anstieg der operativen Kosten gegenüber dem Vorjahresvergleichswert 2010. Angekündigt wurden Investitionen in neue Wachstumsgeschäfte wie die Akquisition von maxdome, die Expansion der Content-Production von RedArrow oder der Ausbau jüngst gestarteter Sender. Zudem wird die Gruppe insbesondere in ihren internationalen Märkten verstärkt in attraktive TV-Inhalte investieren, um ihre Distributionserlöse weiter deutlich zu steigern und am dynamischen Marktwachstum zu partizipieren. Die Kosteneffekte dieser Wachstumsmaßnahmen werden vor allem im zweiten Quartal 2011 anfallen.

Vor diesem Hintergrund geht das Unternehmen davon aus, dass sich das recurring EBITDA im ersten Halbjahr 2011 auf Vorjahresniveau bewegen wird. Das Netto-Ergebnis wird gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 deutlich steigen. Die ProSiebenSat.1 Group bestätigt ihren positiven Gesamtjahresausblick und geht davon aus, 2011 wieder ein Rekordergebnis zu erzielen.
"Wir haben große Fortschritte bei der Optimierung des Portfolios gemacht und werden den Verschuldungsgrad deutlich reduzieren. Unsere Wachstumsstrategie, unterstützt durch vernünftiges Kostenmanagement, setzen wir konsequent fort", Thomas Ebeling, CEO. "Mit unserer 4-Säulen-Strategie ist die Gruppe sehr gut aufgestellt. Wir sehen weiterhin auch mittelfristig positive Wachstumschancen im Werbemarkt. Dank der konsequenten Vernetzung unserer TV-Inhalte mit Online- oder Pay-Angeboten, bieten wir unseren Kunden auf allen Plattformen ein hochwertiges Werbeumfeld. Gleichzeitig erschließen wir mit Wachstumsinitiativen in den Bereichen New Media, Pay-TV und Distribution sowie Musik und dem Media-for-Revenue- bzw. Equity-Share-Modell kontinuierlich neue Erlösquellen und vergrößern auf diese Weise unsere Umsatzdiversifikation. Durch das erfolgreiche Produktions- und Programmvertriebsgeschäft sind wir als Inhalteanbieter ein Global Player. ProSiebenSat.1 wird 2011 seine Position als eines der führenden und profitabelsten Medien-Häuser weiter ausbauen."

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