Murdochs News Corp schwächer als im Vorjahr

Es kann nicht immer nur nach oben gehen: Zweistellig haben die Aktien der Mediengiganten Time Warner und News Corp seit Jahresbeginn zugelegt - und damit besser als meisten Technologie- oder Internetaktien abgeschnitten. Allerdings steckt offenkundig schon viel Erwartung in den Kursen, wie die Aufnahme der jüngsten Quartalszahlen beweist – die Anteilsscheine von Time Warner und News Corp verlieren rund drei Prozent an Wert. Beide Konzerne verdienen weniger als im Vorjahr, News Corp verfehlt sogar die Analystenschätzungen.

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Es kann nicht immer nur nach oben gehen: Zweistellig haben die Aktien der Mediengiganten Time Warner und News Corp seit Jahresbeginn zugelegt – und damit besser als meisten Technologie- oder Internetaktien abgeschnitten. Allerdings steckt offenkundig schon viel Erwartung in den Kursen, wie die Aufnahme der jüngsten Quartalszahlen beweist – die Anteilsscheine von Time Warner und News Corp verlieren rund drei Prozent an Wert. Beide Konzerne verdienen weniger als im Vorjahr, News Corp verfehlt sogar die Analystenschätzungen.



War es das mit dem großen Aufschwung der amerikanischen Medienunternehmen? Den gestrigen Quartalszahlen von CBS nach zu urteilen, ganz und gar nicht – der US-Traditionsfernsehsender erlebt gerade einen bemerkenswerten Boom. Wie fragil jedoch manchmal der Erfolg von stärker diversifizierten Medienkonzernen sein kann, mussten gestern vor und nach Handelsschluss  die Aktionäre von Time Warner und News Corp erfahren.
Time Warner, der einst wertvollste Medienkonzern der Welt, musste auf den ersten Blick ziemlich Überraschendes vermelden – nämlich einen Gewinnrückgang um zehn Prozent. Nach 725 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum verdiente Time Warner nunmehr "nur noch" 651 Millionen Dollar. Das entsprach 58 Cent je Aktie und traf die die Analystenschätzungen.

Der Ergebnisrückgang war nämlich wegen hoher Lizenzgebühren für Basketball- Übertragungen allgemein erwartet worden. Auf der anderen Seite zogen die Werbeerlöse im Fernsehgeschäft (CNN, TNT, TBS) um beachtliche 48 Prozent an. "Die Werbe-Umsätze gefallen mir sehr", kommentierte die Analystin Laura Martin von Needham Capital. "Das Negative ist allerdings, das Time Warner die Wall Street-Erwartungen nicht übertreffen konnte."

News Corp. verfehlt die Analystenschätzungen

Dass es noch schlechter kommen kann, mussten Besitzer von amerikanischen Medienaktien nach Handelsschluss erfahren: News Corp. leistete sich gar eine Verfehlung der Analystenschätzungen! Statt der erwarteten 27 bis 33 Cent je Aktie fuhr das australisch-amerikanische Medienkonglomerat von Rupert Murdoch nur 24 Cents je Anteilsschein ein. Das entsprach 639 Millionen Dollar.

Schlimmer noch: Die Vorjahresergebnisse lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert. News Corp. hatte seinerzeit noch 839 Millionen Dollar verdient. Das 2011er Quartalsergebnis notierte somit knapp 24 Prozent unter den Dreimonatsvorgaben des vergangenen Jahres. Auch die Erlöse befinden sich im Sinkflug: Mit 8,26 Milliarden Dollar lagen die Umsätze 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Kostenfaktoren MySpace und The Daily

Maßgeblichen Anteil an der augenscheinlich schwächeren Geschäftsentwicklung hat jedoch ein Vorjahreseffekt – nämlich die gigantischen Erlöse des erfolgreichsten Films aller Zeiten, Avatar. Entsprechend waren Abschläge erwartet worden – wenn eben auch nicht in dieser Höhe.

Zwar nur als eine Randnotiz, aber eben doch als Verlustposten fielen in der Bilanz zwei (ehemalige) Prestigeobjekte Rupert Murdochs auf: Der frühere Facebook-Herausforderer MySpace  verbrennt weiter Geld und zog wegen schwächerer Werbeerlöse ein Minus von 165 Millionen Dollar nach sich.

Die Verluste vom Hoffnungsträger "The Daily" nahmen sich dagegen noch sehr überschaubar aus: Die exklusive iPad-Zeitung verlor im ersten Quartal ihres Bestehens gleich mal 10 Millionen Dollar. 

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