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Datenskandal: Sony muss vor Gericht

Rechtfertigung gefordert: Gleich drei Abteilungen von Sony müssen sich wegen des Datenskandals vor einem New Yorker Gericht verantworten. Der zuständige Richter Eric Schneiderman erwartet eine Erklärung des Konzerns zum Umgang mit Kundendaten. Im vergangenen Monat hatten Hacker rund 100 Millionen persönliche Informationen von Sony gestohlen. Der Unterhaltungselektronikhersteller gab nun zu, er habe eine "Bekenner-Datei" der Anonymous-Hackergruppe gefunden.

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Drei Abteilungen sollen vor dem Gericht Rechenschaft ablegen: Sony Computer Entertainment America, Sony Network Entertainment und Sony Online Entertainment. Sie waren von dem Hackerangriff auf das Online-Netzwerk "Playstation Network", den Multimediadienst "Qriocity" und auf die Datenbank der Spiele von Sony Online Entertainment betroffen. Dabei wurden Informationen von mehr als 100 Millionen Kunden entwendet, unter anderem Kreditkartendaten.
Der Sony-Sprecher Patrick Seybold sagte zur New York Times : "Wir überprüfen die Vorladung und werden auch weiterhin mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, während sie den kriminellen Angriff auf unsere Netzwerke untersuchen." Seit dem 22. April steht der japanischer Hersteller mit dem FBI in Kontakt, um den Fall aufzuklären.
Gegenüber US-Politikern teilte Sony mit, man habe eine "spöttische" Nachricht der Hacker in seinem System gefunden. Unter dem Namen "Anonymous" war die Bekenner-Datei gespeichert, berichtet das Wall Street Journal. Der Inhalt des Schreibens lautete "We are Legion", was eine Art Leitspruch der Anonymous-Hackergruppe ist.
Wer hinter dem Angriff steckte, war bisher unklar. Es wurde jedoch von Anfang an spekuliert, dass es sich um einen Racheakt aus der Hackerszene handelte. Denn Sony hatte erst vor kurzem den Amerikaner George Hotz verklagt, weil er eine Software entwickelt hatte, mit der man den Schutzmechanismus der Konsole Playstation 3 umgehen konnte. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet.
In Online-Foren behaupten einzelne Hacker, dass Sonys Sicherheitssysteme nicht zeitgemäß seien. Besonders die Software des "Playstation Network" sei extrem leicht auszutricksen gewesen.

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