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Apple: Geht die Wachstumsstory zu Ende?

Weiß ein Mann mehr als die gesamte Wall Street? Alex Gauna von der eher unbedeutenden kalifornischen Investmentbank JMP Securities hat das getan, was in den vergangenen Jahren kaum ein Analyst wagte: Er stufte die Apple-Aktie auf "marktneutral" herunter. Grund für die rare Herabsetzung: Ein nachlassendes Wachstum beim Apple-Zulieferer Hon Hai, das auf nachlassende Nachfrage beim iPhone-Hersteller hindeuten könnte. Obwohl andere Banken widersprechen, bricht die Aktie daraufhin krachend ein.

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Weiß ein Mann mehr als die gesamte Wall Street? Alex Gauna von der eher unbedeutenden kalifornischen Investmentbank JMP Securities hat das getan, was in den vergangenen Jahren kaum ein Analyst wagte: Er stufte die Apple-Aktie auf "marktneutral" herunter. Grund für die rare Herabsetzung: Ein nachlassendes Wachstum beim Apple-Zulieferer Hon Hai, das auf nachlassende Nachfrage beim iPhone-Hersteller hindeuten könnte. Obwohl andere Banken widersprechen, bricht die Aktie daraufhin krachend ein. 

Alex Gauna ist ein mutiger Mann: Sich gegen 55 andere Analysten zu stellen, erfordert Chuzpe. Oder reizt den wenig bekannten Analysten der wenig bedeutenden Investmentbank JMP Securities schlicht das Rampenlicht des einsamen Wolfes gegen den Wall Street-Konsens?

Die Aufmerksamkeit war JMP Securities gestern zumindest gewiss: Kein "Outperformer" sei der wertvollste Technologiekonzern der Welt mehr,  als nur noch marktneutral stufte Gauna die Entwicklung der Apple-Aktie in den kommenden Monaten ein – eine "Blasphemie", wie das Wall Street Journal spitzbübisch bemerkte. Tatsächlich ist eine Herabstufung von Apple rar: Das letzte Mal senkte ein Analyst der kanadischen Scotia Bank im vergangenen Oktober den Daumen, ein Jahr zuvor stufte Needham Apple von "aggressiv kaufen" auf immerhin noch "kaufen" zurück.

Rückschluss von Hon Hai-Wachstumsdynamik auf Apples Geschäftsentwicklung?

Und nun nur noch markneutral? Alex Gauna hat dafür gute Gründe – er sieht schlicht das Ende der gewaltigen Wachstumsstory aus Cupertino und beschneidet daher seine Gewinnprognosen. Nicht mehr von 5,49 Dollar je Aktie Gewinn geht JMP Securities nun im laufenden Quartal aus, sondern nur noch von 5,10 Dollar. Auch die Umsatzziele wurden reduziert – von 23 aus 22 Milliarden Dollar. Und sogar der Gewinn je Aktie im nächsten Geschäftsjahr wird nach unten angepasst – von 27,50 auf 27 Dollar.

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Doch warum eigentlich? Alex Gauna will aus unbekannter Quelle ausgemacht haben, dass sich das Umsatzwachstum von Apples Geschäftspartner Hon Hai, der Muttergesellschaft von Foxconn, das maßgeblich an der iPhone-Produktion beteiligt ist, verlangsamt – und zwar erheblich: von 84 Prozent im Dezember auf 37 Prozent im Januar auf 26 Prozent im Februar. 

Wall Street-Analysten widersprechen

Die Schlussfolgerung, dass Hon Hais Wachstumsverlangsamung auch auf das  Ende von Apples Wachstumsdynamik hindeute, teilen andere Investmentbanken nicht. Die Analysten von Oppenheimer verweisen darauf, dass Hon Hais Wachstum ein  ganz schlechter Parameter für Rückschlüsse auf Apples eigene Geschäftsentwicklung und Anlageentscheidungen auf dieser Grundlage "ein Fehler" seien. Die Investmentbank Ticonderoga legt nach: "Wie viele andere Unternehmen in der Welt kennen Sie, bei denen die Käufer sechs Stunden in der Schlange stehen, um eine neues Produkt zu werben?"

Doch es bleiben noch andere Sorgen. Das Downgrade erwischt den wertvollsten Technologiekonzern der Welt in einer denkbar ungünstigen Lage: Die Stimmung an den Märkten ist nach der Unsicherheit in Japan weiter tief in Moll gefärbt – es herrscht mitunter panikartige Ausverkaufsstimmung. So brach die Apple-Aktie gestern den zweiten Tag in Folge hart ein – diesmal in der Spitze um fast 20 Dollar oder 6 Prozent.

Zum Handelsschluss an der Wall Street notierte Apple nur noch bei 330 Dollar, nachbörslich beschleunigte sich der Kursrutsch weiter auf 327 Dollar. Noch am Montag notierte die Apple-Aktie nach dem starken Verkaufsstart des iPad 2 bei 356 Dollar. Über der planmäßigen Auslieferung des neuen Kassenschlagers könnte nun ein Fragezeichen stehen – auch das belastet die Aktie. JMP Securities-Analyst Alex Gauna und sieht bereits ein Rückschlagpotenzial bis auf 300 Dollar.

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