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ZDF.Kultur: Das Zweite will jünger werden

Das ZDF wird poppiger. Am Samstag startet der öffentlich-rechtliche Sender seinen neuen Digital-Ableger ZDF.Kultur, ehemals Theaterkanal. Die Mainzer wollen damit gleich die ganze Bandbreite abdecken: von der Pop- und Netzkultur über Performing Arts und Konzerten bis hin zu Theater- oder Videospielen. Dabei soll es weniger feuilletonistisch zugehen als bisher. Nach ZDF_neo ist es der nächste Versuch, das verstaubte Image loszuwerden und jüngere Zuschauer an sich zu binden. Ob das gelingen wird?

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ARD und ZDF haben das älteste Publikum unter den großen TV-Sendern. Der Zuschauer ist im Durchschnitt 60 Jahre alt. Zum Vergleich: Bei Sat.1 ist er 51 Jahre alt, bei RTL ist er fünf Jahre jünger. Mit den Digitalsendern will das ZDF eine Jugendoffensive starten. Während ZDF_neo mit seinem Programm die 25- bis 49-Jährigen ansprechen will, sollen sie beim neuen Kanal noch jünger sein. Zielgruppe sind die 20- bis 40-Jährigen.

Und die versucht der Sender auch mit entsprechend jugendaffinen Programminhalten zu ködern: Zum Start am Samstag zeigt ZDF.kultur in der Primetime den Konzertfilm "Good Girl Gone Bad" der US-Sängerin Rihanna. Knapp zwei Stunden später gibt es eine Dokumentation über die Heavy-Metal-Band Acrassicauda und um 23.55 Uhr den Horrorklassiker "Das Ding aus einer anderen Welt" von 1951. Zu den regelmäßigen Formaten gehören unter anderem "Der Marker" (Kulturmagazin, täglich um 20 Uhr), "zdf.Kulturpalast" (Theatermagazin) sowie "Pixelmacher" (Videospiel- und Netzkulturmagazin) und "Bauerfeind – Das Magazin für Popkultur". Neben Kathrin Bauerfeind, die mit ihren 28 Jahren dem jungen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein Gesicht gibt, haben sich die Mainzer noch Rainer Maria Jilg, Pegah Ferydoni, Lukas Koch und Nina Sonnenberg ins Boot geholt.

Ob die Jugendoffensive gelingt? Wie die Haz schreibt, hat das ZDF versichert, dass die Etablierung des neuen Senders keine neuen Kosten bei den Gebührenzahlern verursachen werde. Demzufolge wird der Jahresetat von zunächst zwölf Millionen Euro durch interne Haushaltsumschichtungen aufgebracht. Bei ZDF_neo stagnieren seit Oktober 2010 die Monatsanteile bei den 14- bis 49-Jährigen bei durchwachsenen 0,3 Prozent. Der Theaterkanal hatte hingegen seit jeher einen Marktanteil von 0,0 Prozent. Es kann also nur besser werden mit ZDF.kultur.

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