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Hype um Chinas Facebook-Klon Renren

Es ist so weit: Nach Monaten der Spekulationen wird nun in China der Startschuss zur vermeintlich nächsten großen Dot.com-Welle an der Börse gezündet. Renren.com heißt das größte Social Network des Reichs der Mitte, das bereits auf enorme 120 Millionen Nutzer kommt. Diese Wachstumsfantasie des "Facebooks Chinas" beflügelt dann auch zu fantastischen Kursaufschlägen: Wenn Renren heute an der Wall Street debütiert, werden wieder Mondpreise wie 1999 bezahlt.

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Es ist so weit: Nach Monaten der Spekulationen wird nun in China der Startschuss zur vermeintlich nächsten großen Dot.com-Welle an der Börse gezündet. Renren.com heißt das größte Social Network des Reichs der Mitte, das bereits auf enorme 120 Millionen Nutzer kommt. Diese Wachstumsfantasie des "Facebooks Chinas" beflügelt dann auch zu fantastischen Kursaufschlägen: Wenn Renren heute an der Wall Street debütiert, werden wieder Mondpreise wie 1999 bezahlt.  
Das Rennen um die furioseste Börsendebüt eines Internetunternehmens im Jahr 2011 ist eröffnet! Heute zur Handelseröffnung in New York wagt sich Renren an die Wall Street. Was sich wie ein Märchen aus 1001 Nacht anhört, steht bereits jetzt als Erfolgsgeschichte fest – zumindest für das Internet-Unternehmen um CEO Joe Chen.
Denn voraussichtlich 743 Millionen Dollar wird die Emission in die Kassen der Überfliegers aus dem Reich der Mitte spülen – das sind fast 50 Prozent mehr als noch vor zwei Monaten gemutmaßt wurden, als bekannt wurde, dass Morgan Stanley als konsortialführende Bank den Börsengang vorbereiten würde.

Mondbewertung: Renren nach Umsätzen bereits 2,5 mal so teuer wie Facebook 

Wie nach dem für Internetaktien höchst erfreulichen Jahresauftakt fast zu erwarten, wurde die Preisspanne zuletzt immer weiter nach oben auf nun 12 bis 14 Dollar je Aktie angehoben. Auf Basis eines mittleren Ausgabekurses von 13 Dollar wäre Renren mit happigen 5 Milliarden Dollar bewertet.  

Dabei würde der gerade mal sechs Jahre alte chinesische Emporkömmling bereits mit einem Vielfachen der Bewertung von Facebook gehandelt. Das weltgrößte Social Network setzte im vergangenen Jahr bekanntlich zwei Milliarden Dollar um – auf Basis der Bewertung von Goldman Sachs zu Jahresbeginn entspricht das dem 25-fachen des Umsatzes. Zu 13 Dollar je Aktie würde Renren.com heute aber bereits für das 67-fache der Erlöse gehandelt! Zum Vergleich: Apple wechselt aktuell für den rund dreifachen Unternehmensumsatz den Besitzer.

"Das Wachstum ist da, und dafür zahlen die Leute nun mal drauf"

"Natürlich kann man sagen, dass ist überwertet, aber die Leute werden die Aktie trotzdem kaufen", erklärt Vermögensverwalter Darren Fabric von IPOX Capital Management gegenüber Bloomberg. "Das Wachstum ist da, und dafür zahlen die Leute nun mal drauf." So ist die Neuemission dann auch hoffnungslos überzeichnet.

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"Renren befindet sich an der Schnittstelle zweier Trends", ergänzt Nick Einhorn von Renaissance Capital – nämlich dem neuentfachten Internetboom, in erster Linie vorangetrieben durch den Hype um die sozialen Netzwerke, und die Wachstumstory China.  

So gelten chinesische Internetaktien dann auch seit Jahren als die heißeste Anlage auf dem Erdball: Das Wachstum ist gigantisch, das Angebot an westlichen Börsenplatzierungen jedoch knapp. Nicht zuletzt der enorme Börsenerfolg der Suchmaschine Baidu an der Wall Street, die inzwischen zum drittwertvollsten Internet-Unternehmen der Welt aufgestiegen ist, lässt Glücksritter immer wieder von märchenhaften Börsenerfolgen träumen.

Wie viel sind Anleger bereit, für die Wachstumsstory ‚Soziales Internet’ zu zahlen?

Es gibt jedoch auch die Kehrseite: Alibaba, das E-Commerce-Konglomerat des chinesischen Dot.com-Tycoons Jack Ma, debütierte Ende 2007 zu einer ähnlich ambitionierten Bewertung. Die Einstandskurse hat das Papier trotz einer ordentlichen Kurserholung seit 2009 bis heute nicht gesehen.   

Renren (chinesisch: "Jeder") selbst wurde 2005 – und damit ein Jahr nach Facebook – gegründet und kann bereits 120 Millionen Nutzer aufweisen, während Facebook wie Google unter der Blockade der chinesischen Regierung leidet und im Reich der Mitte keine Rolle spielt.

Das "Facebook Chinas" wird heute um 15.30 Uhr deutscher Zeit an der New Yorker Börse unter dem Tickersymbol RENN sein mit Spannung erwartetes Debüt geben, das ein erster Fingerzeig sein dürfte, wie viel Anleger bereit sind, für die Wachstumsstory ‚Soziales Internet‘ zu bezahlen.

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