Die Qual der Wahl im eBook-Regal

Endlich ist der Kindle von Amazon auch in Deutschland verfügbar. Von hundert aktuellen Bestsellern sind im deutschen Store immerhin rund 70 verfügbar. Das ist aber noch eine Menge Luft nach oben. Denn wo beim gedruckten Buch Einigkeit bei den Buchhändlern herrscht, setzt man bei eBooks auf Insellösungen. Wir erklären Ihnen, auf welchen Wegen Sie auf welchen Geräten an eBooks kommen, welche anderen Buchhändler eReader auf dem Markt haben und was sie taugen.

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Endlich ist der Kindle von Amazon auch in Deutschland verfügbar. Von hundert aktuellen Bestsellern sind im deutschen Store immerhin rund 70 verfügbar. Das ist aber noch eine Menge Luft nach oben. Denn wo beim gedruckten Buch Einigkeit bei den Buchhändlern herrscht, setzt man bei eBooks auf Insellösungen. Wir erklären Ihnen, auf welchen Wegen Sie auf welchen Geräten an eBooks kommen, welche anderen Buchhändler eReader auf dem Markt haben und was sie taugen.

Amazon Kindle 3
Touchscreen: nein, Anzahl Schriftgrößen: 8, Formate: AZW, mobi, PDF, Gewicht: 225 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 4 GB/nein, Zusatzfunktionen: MP3, Internet, Buchkauf: per UMTS, USB oder WLAN, Preis laut Hersteller: ab 139 Euro

Bücherkaufen über den Kindle ist einfach. Über Wlan oder UMTS können Sie im Kindle-Store stöbern und die eBooks schnell auf Ihren Reader laden. Dabei brauchen Sie, wie sonst auch, nur Ihre Mail-Adresse und das Passwort.
Wie fast alle eReader funktioniert der Kindle mittels E-Ink-Technologie. Dabei werden Farbmoleküle magnetisch angeordnet. Das bedeutet: Das Gerät verbraucht nur Strom, wenn Sie eine Seite weiterblättern. Das iPad beispielsweise verfügt über einen LCD-Bildschirm, der dauerhaft beleuchtet ist. Der Nachteil der elektronischen Tinte: Das Display leuchtet nicht. Wenn Sie in dunklen Räumen lesen wollen, müssen Sie also zur Lampe greifen. Allerdings vertreibt Amazon als Zubehör eine Lederhülle mit eingebautem Leselicht. Im aktuellen Angebot finden sich rund 25.000 Bücher.

Thalia Oyo
Touchscreen: ja, Anzahl Schriftgrößen: 6, Formate: epub, PDF, Gewicht: 226 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 1,5 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, Internet, Buchkauf: per WLAN, USB, Preis laut Hersteller: 139 Euro

Der Oyo ist die deutsche Antwort auf den Kindle. Die Titelauswahl ist groß, genaue Zahlen will Thalia nicht verraten. "Fest steht, dass künftig rund 90 Prozent aller Top-Titel auch als E-Book erhältlich sein werden", erklärt aber Vorstandssprecher Albert Hirsch. Das aktuelle Angebot umfasst Klassiker, Sachbücher sowie eine runde Auswahl aktueller Bestseller. Wer sich einen Überblick verschaffen will, besucht neben dem integrierten Thalia-Shop www.buch.ch oder www.bol.ch. Alle E-Books aus diesen Shops kann man problemlos auf dem Oyo lesen. Im Gegensatz zum Kindle wird das Gerät über den Touchscreen gesteuert. Allerdings bescheinigten etliche Tests dem Reader nur sehr langsame Reaktionszeiten. So auch im Selbsttest: Bis sich eine neue Seite aufbaut, können schon einmal zwei Sekunden vergehen.  Medion verwendet ein ePaper von SiPix, das etwas anders funktioniert als die konkurrierende E-Ink-Technik: Weiße Kügelchen schweben in winzigen, mit schwarzer Tinte gefüllten Tintenfässern. Das sorgt aber dafür, dass der Kontrast etwas schwächer ist als der des Kindle. Mit regelmäßigen Software-Updates will Thalia seinen eReader allerdings stetig optimieren.

Sony Reader PRS-650B
Touchscreen: ja, Anzahl Schriftgrößen: 6, Formate: epub, PDF, BBeB, Gewicht: 215 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 2 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, Buchkauf: per USB, Preis laut Hersteller: 229 Euro

Rund 230 Euro sind wahrlich ein stolzer Preis für einen eReader, der über keinerlei Wireless-Möglichkeiten verfügt. Bücher kommen nur kabelgebunden über den Rechner auf das sechs Zoll große Gerät. Zum Einsatz kommt ein sogenannter optischer Touchscreen. Dabei erkennen seitlich angebrachte Infrarotsensoren die Eingabeposition und errechnen die gewünschte Aktion. Lesen.net schreibt zur Usability: “Durch den Verzicht auf einen zusätzlichen Touch-Layer ist die Anzeigequalität der neuen Touch Edition auf einem Niveau mit ‘konventionellen’ Lesegeräten – das größte Kompliment, welches man einem Touchscreen Reader machen kann. Zudem ist der optische Touchscreen deutlich ‘ansprechender’ als resistive Modelle – zur Eingabe reicht bereits eine flüchtige Berührung, was beispielsweise das Umblättern zum Kinderspiel macht.” Vorinstalliert sind außerdem zwölf Nachschlagewerke. Sony hat mit dem 650B auch die Anzeige von Pdf-Dokumenten optimiert. Neben Sonys Buchshop und der Kooperation mit der Buchhandlung Thalia wurde im März 2009 eine Kooperation mit Google bekannt. Der Suchmaschinenbetreiber stellt die bislang 500.000 Bücher seines Digitalisierungsprojekts für Käufer des Sony Reader kostenlos zur Verfügung

Acer LumiRead
Touchscreen: nein, Anzahl Schriftgrößen: 5, Formate: epub, mobi, PDF, Gewicht: 270 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 1 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, ISBN-Scanner, Internet, Buchkauf: per UMTS, WLAN oder USB, Preis laut Hersteller: 229 Euro

Libri verfolgt mit dem LumiRead einen Plan. Der Buch-Großhändler will die Kleinen ins Boot holen. Wie das funktioniert? Man kauft den eReader direkt im Buchladen. Dafür kommt das Gerät dann mit einem angepassten Libri.de-E-Book-Store. Als Gimmick bietet der Reader einen integrierten ISBN-Barcode-Scanner. Damit soll man den Strichcode eines echten Buches abscannen und nach dem passenden eBook suchen können. Die digitalen Bücher kommen dann über das Wlan oder per USB auf das Gerät. Eine UMTS-Variante ist für Anfang nächsten Jahres geplant. Reicht der interne Speicher einmal nicht mehr aus, kann man ihn mit einerm microSD-Karte erweitern.

Aluratek Libre
Der Aluratek Libre vom Weltbild-Verlag ist der billigste eReader.  Dafür ist er aber technisch auch nicht auf dem aktuellsten Stand. Der niedrige Preis hat seinen Ursprung in der veralteten Bildschirmtechnik. Zum Einsatz kommt ein refklektives LC-Display. Im Vergleich zu E-Ink- oder SiPix-Bildschirmen, die nur beim Umblättern Strom verbrauchen, bedeutet das eine reduzierte Akkulaufzeit. Die niedrige Auflösung von 600×480 Pixeln (anonsten 600×800 Pixel) sorgt für eine unscharfes Schriftbild. Auch der Kontrast ist nicht so gut wie bei reinen E-Ink-Displays.

Wo bekommen Sie sonst noch eBooks?
Amazon vertreibt seine eBooks nicht nur auf dem Kindle. Die Kindle-App ist kostenlos für den PC, Mac, auf iPhone, iPod touch und iPad sowie auf Googles mobiler Plattform Android erhältlich. Kauft man ein Buch auf einer Plattform, lässt es sich nahtlos auf einer anderen lesen. Praktisch: Auch die Leseposition wird übertragen.

Auch Textunes dürfte iPhone-Usern ein Begriff sein. Das Berliner Start-up kooperiert mit einer Vielzahl an Verlagen und baut sein Programm stetig aus. Mit unserem Angebot für iPhone, iPad, iPod touch oder Android-Geräten und der Web-Plattform www.textunes.de bietet das Unternehmen nach eigenen Angaben das breiteste Angebot an aktueller deutschsprachiger Literatur auf Smartphones.

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