Privatsender wettern gegen ZDF-“Gold”-Pläne

Die Ankündigung von ZDF-Intendant Markus Schächter, dass sein Sender und die ARD eine kommerzielle Web-Videothek unter dem Namen “Germany’s Gold” aufbauen wollen, hat Kritik von Seiten der privaten Rundfunk-Unternehmen hervorgerufen. Jürgen Doetz, altgedienter Chef-Lobbyist des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), nahm den ZDF-Vorstoß zum Anlass, erneut ein Werbeverbot für öffentlich-rechtliche Anstalten zu fordern.

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“Die bisherigen Ankündigungen sind bislang weder rechtlich noch tatsächlich belastbar, da zur Ausgestaltung der Plattform und zur Art der Finanzierung viele Fragen offen sind”, sagte Doetz in einer Stellungnahme. Das Kartellamt und die Rechtsaufsicht seien nun besonders gefordert, ARD und ZDF bei ihrem Treiben auf die Finger zu schauen. Laut ZDF-Intendant Schächter soll die kommerzielle Videoplattform “Germany’s Gold” mit Highlights aus 60 Jahren TV-Geschichte von ARD und ZDF bestückt werden. Federführend sind die kommerziellen Tochterunternehmen der beiden öffentlichen Sendeanstalten. Mit im Boot sind außerdem deren Produktionsfirmen sowie der Filmhändler Jan Mojto.

Schächter sagte im Zusammenhang mit dem Projekt der Financial Times Deutschland den erstaunlichen Satz: "Es geht um die Perspektive, großes Geld im Video-on-Demand-Bereich zu verdienen." Genau dies wird von Doetz zum Anlass genommen, Kritik an den Plänen zu üben und eine alte Forderung zu wiederholen:  “Startet das Projekt und die vermeintlichen ‘Goldquellen’ sprudeln nur so, müsste es dem ZDF auch ein Leichtes sein, auf Werbung zu verzichten und die Gebühren zu senken." Der VPRT fordert seit Jahren, dass ARD und ZDF komplett auf Werbung verzichten sollten, um eine klarere Abgrenzung zu privatwirtschaftlichen Rundfunkunternehmen zu erreichen.

Doetz sprach weiter von einer “unrühmlichen Serie” des ZDF. Er meinte damit den teuren Kauf der Übertragungsrechte an der Champions League, die parallele Übertragung der Hochzeit des englischen Thronfolgerpaares in ARD und ZDF sowie eine nicht näher bezeichnete “Aushebelung von Sponsoring- und Online-Werbeverboten”. Bis zum geplanten Start der geplante Videoplattform “Germany’s Gold” 2012 starten, werden Privatfunker und Öffentlich-Rechtliche in dieser Sache gewiss noch mehr als einmal verbal die Klingen kreuzen.

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