DJV-Chef kritisiert Schweinsteiger scharf

Bild und DJV sind einer Meinung: Neben Springers Boulevard-Zeitung fordert nun auch Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, eine Entschuldigung von Bastian Schweinsteiger. Der Bayern-Profi hatte den Chefreporter der Sport Bild als "Pisser" und "Arschloch" beschimpft. Die Münchner zeigten daraufhin Verständnis für ihren Spieler. "Der Fußballclub hätte sich sofort und umgehend von seinem Spieler distanzieren müssen, ohne wenn und aber", sagt Konken gegenüber MEEDIA.

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Für den Verbandschef geht es mittlerweile "um nichts Geringeres als um das Verhältnis zwischen dem FC und den Journalisten."

Während einer Pressekonferenz des FC Bayern München beschimpfte Star-Kicker Bastian Schweinsteiger am Donnerstag den Sport Bild-Reporter Christian Falk. Hintergrund der Wut-Attacke ist ein zwei Wochen alter Artikel ("Chefchen Schweini"), in dem Falk die Führungsqualitäten des Nationalspielers anzweifelte. Bereits beim Betreten der Bayern-Pressekonferenz schimpfte der Mittelfeldspieler in Richtung des Sport Bild-Reporters. "Was du schreibst, ist ein Witz". Weiter sagte er: "Normalerweise, wenn die Leute nicht hier wären, wenn wir unter vier Augen wären, würde ich dir nicht zuschauen. Dann würde es anders ausschauen. Das schwöre ich dir. Das wirst du schon sehen. Du musst ordentlich schreiben."

"Es ist unerhört, einen kritischen Journalisten mit Begriffen aus der Fäkalsprache zu beleidigen", sagt Konken gegenüber MEEDIA. "Auch wenn die Sport Bild nicht dafür bekannt ist, dass sie Bastian Schweinsteiger mit Samthandschuhen anfassen würde, gibt es keine Rechtfertigung für seine Beleidigungen." Der DJV-Chef fordert eindeutig: "Schweinsteiger muss sich öffentlich entschuldigen. Alles andere ist inakzeptabel".

Auch das Verhalten des Vereins sieht Konken höchst kritisch. Die offizielle Stellungnahme zitiert den Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge mit den Sätzen: "Dass ein Mann mit so einer sportlichen Vita nun als ‚Chefchen‘ verhöhnt und in dieser Art und Weise diskreditiert wird, ist unerhört und eine Frechheit." Weiter heißt es: "Wir verstehen, dass sich Bastian Schweinsteiger dagegen auch mal zur Wehr setzt." Immerhin gibt Rummenigge zu, dass der Kicker in "seiner Wortwahl übers Ziel hinausschoss".

Dass die Bayern-Führung für ihren Angestellten genauso viel Verständnis aufgebracht hätte, wenn er einen Fan statt einen Journalisten beleidigt hätte, glaubt Konken nicht: "Die Fans bringen schließlich das Geld."

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