Anzeige

Die Apple-Dämmerung: schlechter als Indizes

Es ist bisher nicht das Jahr für Apple-Aktionäre: Spätestens seit gestern ist das Kult-Unternehmen aus Cupertino seinen Überflieger-Status los – zumindest an der Börse. Die Apple-Aktie ist seit Wochen ein Underperformer und nun sogar hinter die Leit-Indizes zurückgefallen. Schlimmer noch: Durch eine Reduzierung der Aktien-Anteile im Nasdaq-100 drohen bald weitere Verkäufe, während Analysten den stagnierenden Marktanteil des iPhones gegenüber Android bemängeln. Hat Apple den Höhepunkt überschritten?

Anzeige
Anzeige

Es ist bisher nicht das Jahr für Apple-Aktionäre: Spätestens seit gestern ist das Kult-Unternehmen aus Cupertino seinen Überflieger-Status los – zumindest an der Börse. Die Apple-Aktie ist seit Wochen ein Underperformer und nun sogar hinter die Leit-Indizes zurückgefallen. Schlimmer noch: Durch eine Reduzierung der Aktien-Anteile im Nasdaq-100 drohen bald weitere Verkäufe, während Analysten den stagnierenden Marktanteil des iPhones gegenüber Android bemängeln. Hat Apple den Höhepunkt  überschritten?

So sah in den vergangenen Tagen der Alltag für Anteilseigner des wertvollsten Technologie-Konzerns der Welt aus: Der Technologie-Index Nasdaq-100 steigt, die Apple-Aktie fällt. Dabei hatte 2011 so gut angefangen: Befeuert von einem starken Jahresendfinish und dem lang erwarteten iPhone-Launch bei Verizon schoss die Apple-Aktie zu Jahresbeginn schnelle 10 Prozent nach oben.

Dann begann die Achterbahnfahrt: Das erneute Drama um die krankheitsbedingte Auszeit von Steve Jobs, die von beeindruckenden Quartalszahlen abgefedert wurden.  Es folgte die früher als erwartete Ankündigung des neuen iPads, die jedoch von Mutmaßungen über einen Produktionsausfall im Zuge der Japan-Katastrophe pulverisiert wurden. Zuletzt trübte sogar eine rare Analysten-Herabstufung die reflexartige Unterstützung der Wall Street.

Hat Apple seinen Zenit erreicht? Zumindest liegt die Aktie mit einer Wertsteigerung von 5 Prozent 2011 hinter den großen US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones zurück – der Überflieger Apple muss Federn lassen.

Stagnierender iPhone-Marktanteil

Den Gipfel des Apple-Höhenflugs auszurufen, erscheint so gewagt wie fragwürdig – das Kultunternehmen aus Cupertino bricht weiter Rekord um Rekord. Doch es gibt Bereiche, in denen der Mac-Hersteller an seine Wachstumsgrenzen zu stoßen droht. Diese Zweifel nährten unlängst die Anfang der Woche veröffentlichten US-Marktanteile bei Smartphones: In den drei Monaten von Anfang November bis Ende Februar legte die Zahl der iPhone-Nutzer gerade um 0,2 Prozent zu. 

Anzeige

Mit einem Marktanteil von 25,2 Prozent liegt Apples iPhone immer noch hinter den Blackberry-Abonnenten, die zwar um 4,6 Prozent schrumpften, es aber immer noch auf einen Marktanteil von 28,9 Prozent brachten. Besonders alarmierend: Googles Andropid-Plattform preschte mit einem enormen Zuwachs von 7 Prozent binnen nur drei Monaten an die Spitze des US-Smartphone-Marktes, den das mobile Google Betriebssystem nun mit einem Marktanteil von 33 Prozent klar dominiert.

Strategischer Fehler: Zu langes Festhalten an AT&T-Monopol

So wertet das Technologie-Portal "Alley Insider" das zu lange Festhalten am Exklusiv-Vertrieb für AT&T bereits als einen "der zehn größten Fehler" in Steve Jobs‘ Karriere: "Wenn Jobs die exklusive Partnerschaft beim iPhone nur ein Jahr eher beendet hätte, sähe die Smartphone-Landschaft wohl ganz anders aus", folgert das Tech-Portal des früheren Internet-Analysten Henry Blodget.

Und es droht noch mehr Ärger beim iPhone: Der traditionelle Juni-Start erscheint nämlich immer unwahrscheinlicher denn je. Wie Tech-Experte Jim Dalrymple im US-Blog "The Loop" berichtet, wird es diesen Juni nur Software-Vorstellungen auf der Entwicklerkonferenz WWDC geben. Ein Starttermin im September sei wahrscheinlicher, glaubt auch das Brokerhaus FBR Capital Markets.

Index-Anpassung belastet Aktie

Die Apple-Aktie, die stets von der Zukunftsfantasie beflügelt wird, belasten die immer neuen Gerüchte entsprechend. Und als ob das noch nicht reichen würde, bekam das Papier gestern auch noch den nächsten Dämpfer von der Wall Street selbst: Weil das 313 Milliarden Dollar schwere Unternehmen inzwischen ein Fünftel des Nasdaq-100-Index ausmacht und damit die Kursentwicklung des US-Technologie-Barometers über die Maßen beeinflusst, entschlossen sich die Börsenbetreiber zu einer Reduzierung des Apple-Anteils auf 12 Prozent.

Über den Unternehmenserfolg sagt das entsprechend wenig aus. Aber: Zur Index-Umstellung am 2. Mai dürfte entsprechender Druck auf das Papier aufgebaut werden, da sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs) den Index nachbilden – und entsprechend verkaufen müssen. Selbst wieder für Schlagzeilen sorgen kann Apple in zwei Wochen: Dann legt der iPad- und iPhone-Hersteller neue Quartalszahlen vor.  

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*