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‚Pisser‘-PK: Bayern verteidigt Schweinsteiger

Am Tag nach Schweinsteigers Pöbel-PK erklären sich die Beteiligten. In einem Kommentar bezieht Sport Bild-Chef Mathias Brügelmann Stellung zu der Kritik, den Kicker als "Chefchen" bezeichnet zu haben. Zeitgleich nimmt Bayern-Boss Karl Heinz Rummenigge seinen Star-Spieler in Schutz. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wie hätte der Verein reagiert, wenn der Fußballer einen Fan, und nicht einen Journalisten, vor der versammelten Presse als "Pisser" und "Arschloch" bezeichnet hätte?

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Wäre der Profi gegenüber einem Anhänger so ausfallend geworden, dann wäre ihm sicherlich eine deftige Strafe aufgebrummt worden. Doch das Verhältnis der Bayern zur Sport Bild ist seit der Zeit von Jürgen Klinsmann beim Rekordmeister nicht ganz spannungsfrei. So sperrte der ehemalige Nationaltrainer während seiner Zeit als Coach der Münchener bereits einen Chefreporter des Springer-Magazins aus allen Pressekonferenzen aus.

Die offizielle Erklärung der Bayern lässt nicht darauf schließen, dass die Klub-Bosse böse auf ihren Mittelfeldstar wären. Die Pressemitteilung besteht aus zwei Absätzen, wobei der erste nur die Verdienste Schweinsteigers aufzählt. 87 Länderspiele, fünf Mal Deutscher Meister, fünf Mal DFB-Pokalsieger und so weiter.

Im zweiten Teil erklärt sich der Vorstandsvorsitzende. "Dass ein Mann mit so einer sportlichen Vita nun als ‚Chefchen‘ verhöhnt und in dieser Art und Weise diskreditiert wird, ist unerhört und eine Frechheit", schießt Rummenigge Richtung Sport Bild. "Wir verstehen, dass sich Bastian Schweinsteiger dagegen auch mal zur Wehr setzt. Dass er am Ende in dieser emotionalen Situation mit seiner Wortwahl übers Ziel hinausschoss, war nicht in Ordnung. Dies weiß er."

Die Reaktion der kritisierten Sport Bild fällt dagegen weit moderater aus, als sie hätte sein können. "Schweinsteigers Angriffsziel war unser Chefreporter Christian Falk", schreibt Sport Bild-Chef Brügelmann. Dann erklärt er noch einmal die Hintergründe, wegen der sich der 26-Jährige so aufregte. Es handle sich um "eine Analyse, inwieweit Schweinsteiger dem eigenen Anspruch eines Führungsspielers gerecht wird. Aus unserer Sicht ist das viel zu selten der Fall, wie viele Beispiele auch in dieser Saison zeigen."

Mit der Wut des Fußballers geht der Blattmacher professionell um: "Wer austeilt, muss auch einstecken können." Allerdings: "Ob seine Wortwahl (‚Pisser‘, ‚Arschloch‘) bei der Pressekonferenz für Führungsqualität und Vorbildfunktion spricht, sollen andere beurteilen."

Geschickt, wenn diese Beurteilung gleich im selben Haus stattfindet. Denn zeitgleich fordert das verlagseigene Boulevard-Portal: "BILD meint: Er muss sich entschuldigen!"

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