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Microsoft: von Apple endgültig überholt

Es ist soweit: Die letzte Bastion in Microsofts Dominanz als führendes Technologie-Unternehmen der Welt ist gefallen. Nach dem Börsenwert und den Umsätzen liegt der weltgrößte Software-Hersteller nun auch nach den Gewinnen hinter Apple. 5,23 Milliarden Dollar verdiente Microsoft im abgelaufenen Dreimonatszeitraum – immerhin 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze legten allerdings nur um 13 Prozent zu. Die Wall Street reagierte enttäuscht – die Aktie verliert im nachbörslichen Handel.

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Die Wachablösung ist endgültig vollzogen: Im Mai vergangenen Jahres zog Apple erstmals nach dem Börsenwert an dem jahrelangen Platzhirschen Microsoft vorbei, im dritten Geschäftsquartal 2010 wurden auch nach den Erlösen neue Fakten geschafft. 5,99 Milliarden Dollar verdiente Apple im vergangenen Dreimonatszeitraum – 95 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Nach Zuwächsen von 31 Prozent konnte Microsoft nunmehr den Quartalsgewinn von 31 Prozent ausweisen. 5,23 Milliarden Dollar hat Microsoft zwischen Januar und April verdient – ein respektabler Zuwachs, aber doch weniger als Apple.
Umsätze ziehen nur leicht zweistellig an


Die Umsätze konnten ebenfalls zweistellig zulegen, unterstreichen jedoch die reife Geschäftsentwicklung: Während Apples Erlöse im selben Dreimonatszeitraum um 83 Prozent auf fast 25 Milliarden Dollar anzogen, konnte Microsoft lediglich ein Erlöswachstum von 13 Prozent auf 16,43 Milliarden Dollar präsentieren. Immerhin lag der Dow-Jones-Konzern damit doch deutlich über den Wall-Street-Schätzungen, die bei 16,19 Milliarden Dollar gelegen hatten.
Allerdings fanden Anleger einige Haare in der soliden Quartalsbilanz des Software-Riesen: Die Verkäufe der Cashcow Windows gingen um vier Prozent zurück, wurden aber von den boomenden Erlösen von Office 2010, der Spielekonsole Xbox 360 und der Bewegungssteuerung Kinect mehr als aufgefangen.
Erschreckende Verluste: Online-Sparte mit dickstem Minus seit 2006


Für weitere Irritationen sorgten jedoch die Verluste in der Online-Sparte: Microsoft verlor im seit Jahren notorisch defizitären Unternehmenssegment happige 726 Millionen Dollar bei Umsätzen von 648 Millionen Dollar. Das war der größte Verlust seit dem ersten Quartal 2006.
Die Unternehmensführung des zweitwertvollsten Technologiekonzerns bemühte sich trotzdem, die Erfolge im Quartal herauszustellen: "Wir haben starke Zahlen vorgelegt in einem gemischten Umfeld für PC", erklärte Finanzchef Peter Klein im Conference Call. Anleger sahen das anders und schickten die Microsoft-Aktie im nachbörslichen Handel um zwei Prozent auf rund 26 Dollar nach unten.

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