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Nur jeder 5. konsumiert Medien per Handy

Von unterwegs seine Mails zu checken oder Nachrichten zu lesen, ist noch nicht so verbreitet, wie man als Medienschaffender erwarten könnte: Laut der TNS-Emnid-Studie "Heimat to go" nutzen nur 18 Prozent der Deutschen ihr Handy für den Abruf medialer Inhalte. Bei den unter 30-Jährigen sind es hingegen 41 Prozent. Besonders interessiert sind Nutzer an Location Based Services. Jeder Dritte will zusätzliche Informationen zu Medieninhalten oder Werbeangeboten bezogen auf den Standort einfach abrufen können.

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Mehr als 35 Prozent der 20- bis 29-Jährigen möchten Location Based Services nutzen können. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren liegt das Interesse laut der in Kooperation mit der Radiozentrale durchgeführten Studie bei 22,4 Prozent. Hier macht sich der Kostenfaktor der Smartphones und ihrer Internet-Flatrates bemerkbar. In der älteren Zielgruppe ist das Interesse aufgrund der geringeren Technikaffinität niedriger. Der Blick auf die hierfür bevorzugten Endgeräte macht das deutlich: Während die Jüngeren sich standortbezogene Zusatzservices am liebsten per Handy ziehen, wünschen sich ältere Zielgruppen diese vornehmlich auf dem Autoradio.
Regionale Inhalte gewinnen an Relevanz
Worin sich Jung und Alt hingegen kaum unterscheiden, ist die Einschätzung der Relevanz regionaler Informationen wie auch der Produkte und Dienstleistungen: Über alle Altersgruppen hinweg stufen 40 Prozent diese als wichtig beziehungsweise sehr wichtig ein.
"Die Region mit ihrer räumlichen und sozialen Verankerung erfährt derzeit aufgrund des drohenden Identitätsverlustes durch die globale vernetzte Welt einen Wertewandel", kommentiert TNS-Emnid-Medienforscher Jan Peter Glootz. "Und mit ihr heimische Produkte und regionalisierte Medienangebote."
Radio meistgenutztes Medium auf dem Handy
Dieser "regionale Shift" wird im Programm aber vor allem auch in der Werbung Wirkung zeigen, erwartet der Geschäftsführer der Radiozentrale, Lutz Kuckuck: "Gerade das lokal verankerte Medium Radio mit seiner starken mobilen Nutzergemeinde wird hiervon profitieren. Spots können via Webradio und Mobile bereits auf Basis geographischer Daten gezielt ausgeliefert oder klassische Spots mit Location Based Services angereichert werden – nur drei Klicks und die nächstgelegene Verkaufsstätte oder ein regional einsetzbarer Coupon werden auf dem Display angezeigt."
Auf dem Handy ist Radio laut der Untersuchung "Heimat to go" das meistgenutzte Medium. 12,3 Prozent hören damit Radio – das entspricht einem Zuwachs von 64 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sind es knapp ein Drittel (29 Prozent). Reine Audioportale werden hingegen stärker via Notebook als übers Smartphone genutzt (8,8 Prozent zu 5,3 Prozent). Die mobile Fernsehnutzung findet aufgrund teurer Datentarife nur geringen Anklang auf den neuen Endgeräten (1,5 Prozent via Handy und 6,3 Prozent über Notebooks).
Aus der Studie geht auch hervor, dass das meistgenutzte mobile Endgerät immer noch das Notebook ist: 23,8 Prozent nutzen es für den Abruf von Medien – bei den unter 30-Jährigen ist es jeder Zweite. Die neue Generation der Tablet PCs – allen voran Apples iPad – setzen bisher nur zwei Prozent der Befragten ein, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 3,8 Prozent.

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