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Googles Ad Planner liefert verbesserte Zahlen

Als Google im Sommer 2008 sein Research-Tool Ad Planner startete, war das schon eine kleine Sensation. Erstmals waren für alle großen Länder der Welt Traffic-Zahlen von Millionen Websites für jedermann verfügbar. Und trotz aller Diskussionen waren die Zahlen besser als ihr Ruf. Das änderte sich im Laufe der Zeit etwas, die Daten hielten der Entwicklung der Nutzungsgewohnheiten im Netz nicht mehr ganz stand. Mit den März-Daten hat Google nun den Algorithmus verändert und liefert wieder deutlich verbesserte Zahlen.

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Als Google im Sommer 2008 sein Research-Tool Ad Planner startete, war das schon eine kleine Sensation. Erstmals waren für alle großen Länder der Welt Traffic-Zahlen von Millionen Websites für jedermann verfügbar. Und trotz aller Diskussionen waren die Zahlen besser als ihr Ruf. Das änderte sich im Laufe der Zeit etwas, die Daten hielten der Entwicklung der Nutzungsgewohnheiten im Netz nicht mehr ganz stand. Mit den März-Daten hat Google nun den Algorithmus verändert und liefert wieder deutlich verbesserte Zahlen.

Seit dem Start des Ad Planners wurde leidenschaftlich über die Datenqualität gestritten. Oft entstanden Zweifel daran an Missverständnissen bei Begrifflichkeiten (Was ist überhaupt ein Unique Visitor?) oder an dem Vorurteil "was nichts kostet, kann nicht gut sein". Doch die Qualität der Daten war besser als ihr Ruf, wie auch einige Vergleiche mit den AGOF-Daten bei MEEDIA zeigten. Auch Googles Geheimniskrämerei um die genaue Errechnung der Zahlen mehrte Zweifel. Doch natürlich verraten auch andere Unternhemen wie Nielsen oder Comscore nicht genau, wie ihre Zahlen errechnet werden. Eine Ausnahme ist hier die AGOF, die ihre Methodik relativ genau erklärt. Sie ist aber auch kein Unternhemen, dass im freien Markt mit Zahlen Geld verdient, muss also bei der Methodik keine Geschäftsgeheimnisse bewahren.

Insbesondere in den vergangenen Monaten mehrten sich dann aber begründete Zweifel an der Qualität der Ad-Planner-Daten. Zwar war die Vergleichbarkeit der Websites untereinander noch gegeben, doch die konkreten Zahlen der Unique Visitors sahen etwas seltsam aus. So wies der Ad Planner oft stagnierende oder rückläufige Besucher-Zahlen aus, obwohl die gemessenen Daten der Visits laut IVW stiegen und stiegen. Ein Grund dafür dürfte die rasche Änderung der Nutzungsgewohnheiten sein. Immer mehr Websites werden genutzt, auf immer mehr Geräten. Um Zahlen wie Unique Visitors und Unique User hochzurechnen – denn messen lassen sich echte Menschen vor dem Computer nunmal nicht – müssen also deutlich mehr Rohdaten ausgewertet werden.

Die AGOF reagierte auf diese veränderten Nutzungsgewohnheiten im vergangenen Jahr mit einer Aktualisierung der Methodik, die zu deutlich höheren Unique-User-Zahlen führte. Zwar gab es – auch an dieser Stelle – Kritik an der AGOF-Renovierung, doch die Entwicklung bei den Visits wird von den neuen Zahlen seitdem offenbar wieder deutlich korrekter abgebildet. Die Zahlen des Ad Planners und die der AGOF klafften von diesem Zeitpunkt allerdings weit auseinander.

Mit den aktuellen März-Daten hat Google nun auch seinen Algorithmus verändert. Zwar hält man sich wieder in Schweigen, was genau angepasst wurde – im Begleitblog heißt es nur "We’ve spent the past year on intensive research to build this new model and are very excited to finally put it into effect.", doch die Daten sind nun wieder erstaunlich nah an den AGOF-Daten. Da die AGOF in Deutschland als Standard in Sachen Reichweitendaten etabliert ist, haben sich die Ad-Planner-Zahlen also offenbar deutlich der Realität angenähert und haben an Qualität gewonnen.

Als Beispiel für diese These haben wir die laut Ad Planner 25 größten deutschen Nachrichtenwebsites – dort wo es ging – mit den AGOF-Zahlen verglichen. Zwar ist eine direkte Vergleichbarkeit schon wegen der verschiedenen Zeiträume (März 2011 vs. viertes Quartal 2010) nicht gegeben, doch die Gegenüberstellung zeigt dennoch erstaunliche Parallelen. Einzig bei n-tv.de klaffen die Daten auseinander – was aber auch daran liegen wird, dass die Website des TV-Senders im März extrem von der Berichterstattung aus Japan profitierte.

Im Umkehrschluss sind die neuen Ad-Planner-Daten natürlich auch eine Bestätigung für die AGOF, die nach dem Relaunch wegen der deutlich höheren Daten angegriffen wurde. Wenn nun ein anderer Datenlieferant so ähnliche Zahlen veröffentlicht, kann die Anpassung der AGOF-Methodik so schlecht nicht gewesen sein. Nachteil der neuen Ad-Planner-Daten: Historische Vergleiche sind wie schon beim AGOF-Relaunch nicht mehr wirklich möglich. Dennoch: Es ist erfeulich, dass die Ad-Planner-Zahlen nun offenbar wieder näher an der Realität sind als in den vergangenen Monaten.

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