Apple-Patent enthüllt Datensammelpläne

Die Anzeichen verdichten sich, dass das Speichern von geobasierten Daten auf Apple-Geräten kein Unfall war. Der Konzern reichte vor kurzem einen Patentantrag ein, der, falls umgesetzt, den iPhone-User noch ein wenig gläserner machen dürfte. Unter dem Titel “Location histories for location aware devices” erklärt der Konzern, wie er mit Hilfe von iPhone und Co. geobasierte Daten sammeln will. Vom Bewegungsprofil bis hin zur Verknüpfung von Ortsangaben mit Finanztransaktionen.

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Die Anzeichen verdichten sich, dass das Speichern von geobasierten Daten auf Apple-Geräten kein Unfall war. Der Konzern reichte vor kurzem ein neues Patent an, das, falls umgesetzt, den iPhone-User noch ein wenig gläserner machen dürfte. Unter dem Titel “Location histories for location aware devices” erklärt der Konzern, wie er mit Hilfe von GPS-Chip, Kompass und Wlan-Antenne geobasierte Daten sammeln will. Vom detaillierten Bewegungsprofil bis hin zur Verknüpfung von Ortsangaben mit Finanztransaktionen.

Bei dem Patentantrag handelt es sich nicht um den Entwurf zu einem neuen iPhone, sondern um ein Software-Update für Apples mobiles Betriebssystem iOS. In dem Papier erwähnt der Senior‘> mehrmals, dass die gesammelten Daten zu sogenannten Remote-Servern geschickt würden, also nicht mehr nur lokal aus dem iPhone bzw. iPad und dem Computer gespeichert würden. Zuvor hatte Apple in seinen AGB lediglich eingeräumt, derlei Daten nur mit Einwilligung des Kunden zu aggregieren. Außerdem findet sich eine Skizze zu einer Verwaltungs-App namens "Location History", die vom Look sehr an das mittlerweile bekannte Programm "iPhone Tracker" erinnert.

Mit Blick auf die Tatsache, dass Apple seit dem Update auf iOS 4 konsequent, zumindest bisher nur lokal, Geodaten sammelt, liest sich dieses Patent wie der nächste konsequente Schritt für ein Unternehmen, das künftig vermehrt auf Geotagging setzen will. Ferner erklärt Huang in einem späteren Abschnitt, dass man auf konsequente Datenkompression setze, um die gespeicherte Datenmenge möglichst gering zu halten.

Jetzt stellt sich die Frage, inwieweit Apple das Einverständnis seiner Kunden suchen würde, bevor es mit dem Anlegen detaillierter Bewegungs-Dossiers beginnt. Zumindest für die ungefragte unverschlüsselte Speicherung von Geodaten wird Apple sich vor der US-Justiz verantworten müssen. Bei einem Gericht in Tampa, Florida, hat nun ein Anwalt im Auftrag von bislang zwei Mandaten eine Sammelklage gegen den Technologie-Konzern eingereicht. Die Hoffung des Advokaten ist klar: Er wird versuchen, noch mehr Klienten zu finden, die gemeinsam gegen Apples Speichern von Bewegungsdaten vorgehen wollen. Für den Konzern beginnt damit wohl ein Marathon von Anhörungen und Verhandlungen.

Auch aus Illinois droht möglicher Ärger. Laut Zeit Online will sich dort die Generalstaatsanwältin Lisa Madigan mit Vertretern von Apple und der Such-Company treffen. "Ich will wissen, ob die Kunden darüber informiert worden sind, was von Apple und Google aufgezeichnet und gespeichert wird und ob diese Funktionen abgestellt werden können",  sagt die Staatsanwältin.

Seit vergangenem Donnerstag ist bekannt, dass das Betriebssystems iOS 4 die Bewegungen der iPhone- und iPad-Besitzer speichert. In die Datei "consolidated.db." schreibt das Handy den Längen- und Breitengrad, an dem der Nutzer sich gerade befindet, und versieht die Infos mit einem Zeitstempel. So lässt sich von jedem Nutzer ein genaues Bewegungsprofil erstellen.

Die Datei, in der die Daten abgelegt werden, befindet sich auf dem iPhone bzw. iPad und wird bei jeder iTunes-Synchronisation auch auf den Computer übertragen. "Noch schlimmer wird es dadurch, dass die Datei unverschlüsselt auf dem Rechner gespeichert wird", bloggen die Entwickler eines Tracking-Tools, Pete Warden und Alasdair Allan, in einem Eintrag auf O’Reilly Radar. So könne jeder sie auslesen, der Zugriff auf den PC habe.

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