Amazon enttäuscht die Wall Street erneut

Altes Bild mit neuen Zahlen: Das weltgrößte Online-Kaufhaus Amazon hat nach Handelsschluss an der Wall Street bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen die Analystenerwartungen erneut deutlich verfehlt. Die Umsatzentwicklung liegt jedoch über den Schätzungen der Wall Street. Konzernchef Jeff Bezos bleibt damit seiner Linie treu: Er investiert in die Zukunft und kümmert sich wenig um die aktuelle Gewinnentwicklung. Die Börse reagiert nachsichtig – die Aktie erholt sich schnell.

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Altes Bild mit neuen Zahlen: Das weltgrößte Online-Kaufhaus Amazon hat nach Handelsschluss an der Wall Street bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen die Analystenerwartungen erneut deutlich verfehlt. Die Umsatzentwicklung liegt jedoch über den Schätzungen der Wall Street. Konzernchef Jeff Bezos bleibt damit seiner Linie treu: Er investiert in die Zukunft und kümmert sich wenig um die aktuelle Gewinnentwicklung. Die Börse reagiert nachsichtig – die Aktie erholt sich schnell.
Amazon-Aktionäre sind so manche Achterbahnfahrt gewohnt: Bei über 100 Dollar notierte die Aktie des Internet-Pioniers Ende 1999 schon mal, keine 10 Dollar wurden wurden zwei Jahre später mehr bewilligt – 2011 leuchteten unterdessen neue Rekordkurse jenseits der Marke von 190 Dollar auf den Kurstafeln der Nasdaq auf.

Was kümmert Konzernchef Jeff Bezos da ein schnelles Minus im nachbörslichen Handel? So gelassen muss der ehemalige Investmentbanker gedacht haben, als er die Zahlen für das abgelaufene erste Quartal präsentierte, die auf den ersten Blick aussahen wie eine Frechheit für Aktionäre: Statt dem erwarteten Nettogewinn von  275 Millionen Dollar oder 61 Cent je Aktie präsentierte Bezos im ersten Quartal 2011 nur 201 Millionen Dollar oder 44 Cent je Anteilsschein. Das waren 33 Prozent weniger als im Vorjahr, als Amazon noch  299 Millionen Dollar verdient hatte.

Rasanter Umsatzsprung: 38 Prozent mehr erlöst

Eine Verfehlung von 17 Cent je Anteilschein oder erstaunliche 15 Prozent also! Google wurde vor zehn Tagen noch für nur drei Cent oder den Bruchteil eines Prozents Abweichung von den Analystenschätzungen mit einem happigen Abschlag von acht Prozent am nächsten Handelstag abgestraft. Dass das Minus bei Amazon am Ende des nachbörslichen Handels auf ein marginales Prozent zusammengeschrumpft war, lag in erster Linie daran, was Bezos noch zur Geschäftsentwicklung verkündete.

Nämlich eine rasante Umsatzentwicklung! Statt der erwarteten 9,5 Milliarden Dollar wies Amazon zwischen Januar und März tatsächlich Erlöse in Höhe von 9,86 Milliarden Dollar aus. Das entspricht einem happigen Umsatzsprung von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Quartalszahlen: "Kurzfristiger Einbruch, aber ein langfristiger Gewinn"

Im laufenden Quartal soll es noch besser kommen: Statt der von Wall Street-Analysten prognostizierten Umsätze in Höhe 8,7 Milliarden Dollar stellte der führende Online-Einzelhändler 8,86 bis 9,65 Milliarden Dollar in Aussicht.

In anderen Worten: Konzernchef Jeff Bezos setzt voll auf Wachstum. Allein im vergangenen Quartal stellte Amazon über 4200 neue Mitarbeiter ein. Zudem drängte der nach Google wertvollste Internet-Konzern der Welt mit neuen, teilweise sehr aggressiv gepreisten Angebote seines Book-Readers Kindle, über dessen Verkaufszahlen Bezos weiter schwieg, in den Markt.  Diese Investitionen drücken entsprechend die aktuellen Gewinne.

Für den Vermögensverwalter Ben Thomas von Waycross Partners ist das kein Problem: Die Quartalszahlen seien demnach ein "kurzfristiger Einbruch, aber ein langfristiger Gewinn". Börsianer bewerteten die Entwicklung ähnlich: Entsprechend schnell erholte sich die Amazon-Aktie dann auch im nachbörslichen Handel: Von 171 Dollar zog das Papier wieder auf 181 Dollar an – und notierte damit wieder fast dort, wo es den regulären Handel beendet hatte.

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