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Kindle vs. iPad: Welches Gerät für wen?

Lange hat es gedauert, nun ist Amazons E-Reader Kindle endlich auch ganz offiziell in Deutschland zu haben und muss nicht länger über die USA bestellt werden. Zeitgleich mit dem Verkaufsstart ist der deutsche E-Book-Store für den Kindle bei Amazon online gegangen. MEEDIA hat den Kindle von Amazon mit Apples Tablet-PC iPad verglichen. Was sind die Vor- und Nachteile der beiden Geräte? Wir sagen, welches Gadget sich für welchen Nutzertypen besser eignet.

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Vorteile Kindle

Amazons Kindle gilt zu Recht als sehr ausgereifter E-Reader. Das Display ist hervorragend ablesbar. Aufgrund der speziellen E-Ink-Technik spiegelt das Display nicht und lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt lesen. Das Lesen auf dem Kindle ist tatsächlich mit dem Lesen auf Papier zu vergleichen. Selbst nach stundenlangen Lese-Sessions gibt es weder Augenmüdigkeit noch Kopfschmerzen. Das Umblättern erfolgt mit Tasten und geht sekundenschnell. Der Kindle ist zudem hervorragend verarbeitet. Technische Probleme, wie sie von Nutzern anderer E-Reader berichtet werden, sind hier weitgehend unbekannt.

Zudem verbraucht der Kindle nur Strom, wenn er online ist oder wenn man eine Seite umblättert. Das reine Anzeigen von Text verbraucht keinen Strom. Somit hat der Kindle eine extrem lange Batterielaufzeit. Amazon gibt die Batterielaufzeit im Offline-Modus mit bis zu einem Monat an. Das ist in der Praxis nicht ganz zu erreichen. Ab und zu geht man eben doch mal online oder die in die Original-Kindle-Hülle eingebaute Leselampe zapft Strom ab. Aber die Batterie des Kindle hält lange genug, dass man sich nie sorgen machen muss, nicht mehr weiterlesen zu können.

Der Kindle hat genau die richtige Größe und ein angenehm niedriges Gewicht, so dass das Gerät angenehm in der Hand liegt. Da die E-Books im wesentlichen nur aus Text bestehen, sind sie auch von unterwegs in wenigen Sekunden auf das Gerät geladen. Genial ist Amazons Whispernet: Ohne weitere Gebühren kann man von sehr vielen Ländern aus (auch aus Deutschland) kostenlos Bücher übers Handynetz auf den Kindle laden. Vorausgesetzt man kauft sich den Kindle mit eingebauter 3G-Antenne. Amazon legt automatisch Sicherheitskopien an und man kann mit Kindle-Apps seine Bücher auch mit iPhone, iPad oder auf dem PC weiterlesen. Man kann auch PDFs via E-Mail an den Kindle senden und dann unterwegs lesen.

Der Kindle bietet sogar einen rudimentären Web-Browser, der in Deutschland allerdings auf den Zugriff auf die Wikipedia beschränkt ist. Auch die Funktion, dass der Kindle automatisch Bücher vorliest, funktioniert vorerst nur mit englischen Texten. Es gibt auch Spiele für den Kindle. Diese sind aufgrund des eher trägen E-Ink-Bildschirms in schwarzweiß aber nicht mit den Multimedia-Games auf dem iPad vergleichbar.

Nachteile Kindle

Und damit wären wir schon bei den Nachteilen. Der größte Nachteil des Kindle ist sicherlich, dass das Gerät trotz einiger Spiele und dem experimentellen Browser ein One-Trick-Pony ist. Der Kindle ist zum Lesen konzipiert – nichts sonst. Aber Lesen kann man mit dem Kindle hervorragend und selbst Skeptiker von E-Books lassen sich oftmals von dem Gerät überzeugen, sobald sie es in der Hand halten und ausprobieren. Das war es dann aber auch. Außer für den Konsum von Büchern, ist der Kindle für nichts wirklich gut geeignet. Man kann zwar auch Zeitungen und Zeitschriften abonnieren, diese werden aber oft nicht mit allen Artikeln der Print-Ausgaben geladen und die Bilder fehlen. Zudem kann man argumentieren, dass der Kindle ästhetisch keine solche Augenweide ist wie das iPad.

Vorteile iPad

Das iPad ist, ganz im Gegensatz zum Kindle, ein (fast) Alleskönner. Es eignet sich hervorragend für Spiele und für das Surfen im Internet. Man kann mit dem iPad prima E-Mails lesen und verwalten, man kann Twittern und in Grenzen sogar Büroarbeiten erledigen. Man kann Musik hören, Bilder betrachten, Filme schauen und man kann E-Books lesen. Apple hat extra fürs iPad den iBook-Store eröffnet.

Das iPad hat einen extrem leistungsfähigen Akku und kommt rund zehn Stunden ohne Aufladen aus. Hier stimmen die Angaben des Herstellers. Das Gerät sieht spitze aus und ist hervorragend verarbeitet. Außerdem bietet das iPad die vom iPhone bekannte, intuitive Touch-Steuerung, die die Bedienung zum Kinderspiel macht.

Nachteile iPad

Was das Lesen auf dem iPad betrifft, so muss man konstatieren: die iBook-App sieht auf den ersten Blick bedeutend schicker aus, als der triste Bildschirm des Kindle – beim langen Lesen ist der Kindle aber klar im Vorteil. Die iBooks auf dem iPad eignen sich nur für kurze Lese-Einheiten. Ansonsten treten schnell Ermüdungserscheinungen auf. Der leuchtende Bildschirm fordert hier seinen Tribut. Außerdem ist selbst die iPad-Batterie beim Lesen schneller leer, als man denkt. Immerhin wird der große Bildschirm beim Lesen mit dem iPad permanent beleuchtet und saugt Strom. Das iPad ist zudem deutlich schwerer und größer als der Kindle. Wer lange liest und dabei vielleicht noch auf dem Rücken liegt, dem tut beim Lesen mit dem iPad schnell die Hand weh.

Einer der wesentlichen Nachteile des iPad ist aber der Preis. Zwar ist Apples Tablet mit einem Einstiegspreis von 479 Euro absolut wettbewerbsfähig und nicht überteuert. Aber der Kindle ist mit W-LAN bereits für 139 Euro deutlich günstiger zu haben.

Fazit

Natürlich gibt es im Duell iPad vs. Kindle keinen eindeutigen Sieger oder Verlierer. Beide Geräte sind völlig unterschiedlich und sprechen unterschiedliche Nutzertypen an. Viel-Leser dürfen ohne nachzudenken zum Kindle greifen. Das Gerät ist fürs Lesen konzipiert und hier kann das iPad dem Kindle nicht das Wasser reichen. Nur um E-Books zu lesen, wird sich wohl niemand ein iPad anschaffen. Umgekehrt gilt: Wer nur wenige elektronische Bücher lesen möchte und nach einem Gerät sucht, mit dem man Gelegenheits-Spiele, Videos, Internet-Seiten und Musik auf dem Sofa konsumieren kann, der macht mit dem iPad nichts falsch. Dass das Gerät dann zusätzlich noch E-Books anzeigen kann, ist eine nette Zugabe, sollte aber niemals der Kaufgrund sein.

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