Apple sammelt iPhone-Bewegungsdaten

Wissen Sie noch, wo Sie vergangenen Sommer waren? Ihr iPhone erinnert sich bestimmt. Mit einem Programm kann jeder Besitzer eines Apple-Smartphones oder -Tablets nachvollziehen, wann er sich wo aufgehalten hat. Denn der Konzern wertet seit rund einem Jahr die Bewegungsdaten seiner Kunden aus. Was die meisten nicht wussten: Eine von Apple eigens eingeführte Datenschutzrichtlinie gibt die Erlaubnis dazu. Zwei Software-Entwickler erklären nun, wie einfach Dritte auf diese Profile zugreifen können.

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Seit der Einführung des Betriebssystems iOS 4 speichert Apple offenbar die Bewegungen der iPhone- und iPad-Besitzer. Die Datei, in der die Daten abgelegt werden, befindet sich auf den Geräten und wird bei jeder iTunes-Synchronisation auch auf den Computer übertragen. "Noch schlimmer wird es dadurch, dass die Datei unverschlüsselt auf dem Rechner gespeichert wird", schreiben die Entwickler Pete Warden und Alasdair Allan in einem Blogeintrag auf O’Reilly Radar. So könne jeder sie auslesen, der Zugriff auf den PC habe.
In die Datei "consolidated.db." schreibt das Handy den Längen- und Breitengrad, an dem der Nutzer sich gerade befindet und versieht die Infos mit einem Zeitstempel. Da das nun schon seit fast einem Jahr passiere, habe Apple tausende Informationen gesammelt. Die Daten seien aber nicht immer präzise. Wer sein eigenes Bewegungsprofil visualisieren möchte, kann das mit einem von Warden und Allan entwickelten Programm tun.
Warum Apple diese Daten sammelt, ist unklar. Die beiden Entwickler vermuten, dass der Technologiekonzern an Funktionen arbeitet, die auf Geodaten zugreifen müssen – zum Beispiel ortsbezogene Werbung. Es handle sich bei der Speicherung aber um keinen Zufall, das ließe sich an der Technik dahinter erkennen.
Bei der Entdeckung dieser Sammlung von Geodaten habe kein Apple-Mitarbeiter geholfen, betonen Warden und Allan. Warden hat jedoch fünf Jahre bei Apple gearbeitet und sei dann "im Guten", wie es heißt, gegangen. Beide seien große Fans der Produkte des Unternehmens aus Cupertino.
iPhone-Nutzer können der Erfassung von Bewegungsdaten entgegen wirken. Dazu gibt es die Möglichkeit, in den Systemeinstellungen ihres Geräts die Standortbestimmung zu deaktivieren. Unter dem Menüpunkt "Einstellungen" und "Ortungsdienste" kann für jede installierte App einzeln festgelegt werden, ob sie auf den aktuellen Standort zurückgreifen darf oder nicht.

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