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Zeitungs-IVW: FR & Handelsblatt brechen ein

Die Frankfurter Rundschau und das Handelsblatt waren im ersten Quartal die großen Verlierer unter den überregionalen Tageszeitungen. Die FR verlor im Vergleich zum Vorjahr heftige 11,3% der Abonnenten, das Handelsblatt 5,6%. Die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung büßte zudem am Kiosk satte 17,9% der Verkäufe ein. Auch die Bild hat deutlich verloren: 5,2% weniger Leute griffen täglich zu Springers Boulevardblatt. Gewonnen haben hingegen die Sonntagszeitungen WamS und FAS.

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Wie bereits in fast allen Quartalen der vergangenen Jahre gibt es auch diesmal keine überregionale Tageszeitung, die bei den harten Auflagenbestandteilen Abos und Einzelverkauf im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnte. Zwar liegt die Financial Times Deutschland im Gesamtverkauf 0,2% über dem Vorjahr, doch das liegt vornehmlich daran, dass mehr Bordexemplare verteilt wurden. Bei den Abos verlor die FTD hingegen 4,8%, im Einzelverkauf 4,9%. Noch heftiger geht es beim Konkurrenten Handelsblatt nach unten: 5,6% weniger Abonnenten verzeichnet die Zeitung, im – nicht ganz so wichtigen – Einzelverkauf ging es sogar um 17,9% nach unten. Um im Gesamtverkauf dennoch nur ein Mini-Minus von 0,1% verzeichnen zu können, legte man bei den Bordexemplaren und den sonstigen Verkäufen deutlich zu.

Größter Verlierer des Quartals ist aber eindeutig die Frankfurter Rundschau, bei der ohnehin derzeit wieder Verhandlungen um einen weiteren Sparkurs laufen. Im Gesamtverkauf liegt die FR heftige 12,5% unter den Vorjahreszahlen. Allein bei den Abonnenten verlor man 11,3%. In etwa sechs Jahren gingen dem Blatt fast 50.000 Abos verloren. Eine dramatische Entwicklung. Eindeutig besser geht es dem lokalen Rivalen F.A.Z. Dort verzeichnet man mit einem Abo-Minus von 1,1% die zweitgeringsten Verluste unter den überregionalen Tageszeitungen. Noch weniger Abonnenten büßte lediglich die taz ein, bei der der Abostamm nur um 0,1% sank.

Meistverkaufte Zeitung bleibt natürlich weiterhin die Bild, doch auch hier verschärft sich die Lage. Mit einem weiteren Minus von 5,2% ist die 3-Mio.-Marke, die im vierten Quartal 2010 zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten unterboten wurde, nun in recht große Ferne gerückt. Und: Mit dem Winterwetter wie Ende 2010 können die Auflagenverluste nun nicht mehr begründet werden. Interessant sind die Zahlen des Duos Welt und Welt kompakt. Hier ging es vor allem im Einzelverkauf, also der für die Welt kompakt wichtigen Kategorie deutlich nach unten – um 12,2%. Bei den Abos verloren die beiden Zeitungen hingegen nur 2,1%. Relativ glimpflich davon gekommen ist die Süddeutsche Zeitung, die bei Abos und im Einzelverkauf jeweils ca. 1% verlor.

Echt Gewinner gibt es hingegen bei den Sonntagszeitungen: Die Welt am Sonntag, die erstmals auch mit dem Ableger Welt am Sonntag kompakt ausgewiesen wird, verbesserte sich ebenso wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Und in beiden Fällen liegt das nicht an Auflagenkosmetik, sondern an tatsächlich gestiegenen Abonnentenzahlen – und im Falle der WamS auch an einem höheren Einzelverkauf. Die Zeit verlor in den beiden wichtigen Auflagenkategorien hingegen minimal, die Bild am Sonntag büßte im Gesamtverkauf 1,4% ein.

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