Springer-Akademie: barrierefreie Elite-Schule

Nachdem gestern die Süddeutsche Zeitung Einblick in ihre Volontärsausbildung gegeben hat, folgt heute die Axel Springer Akademie. Im MEEDIA-Gespräch verrät der stellvertretende Leiter der Journalistenschule, Rudolf Porsch, was er von Bewerbern erwartet. "Bei uns im Verlag gibt es keine Grenzen mehr zwischen Print und Online. Also freuen wir uns besonders über Bewerber, die selbst auch keine Grenzen zwischen Print und Online ziehen." Formale Zugangsbeschränkungen hat der Verlag abgeschafft.

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Herr Porsch, wie rekrutieren Sie Ihre Nachwuchsredakteure?
Unsere Akademie bildet übergreifend für alle Medienmarken von Axel Springer aus, von der Welt über Bild und TV Digital bis hin zum Rolling Stone. Unsere Journalistenschüler lernen das klassische Handwerk von der Recherche bis zum Schreiben für Print und Online ebenso wie den Einsatz digitaler Medien in einem modernen Newsroom mit Video- und Hörfunkstudio. Die Ausbildung schließt nach zwei Jahren mit einem Intensivkurs „Investigative Reporting“ an der berühmten Columbia School of Journalism in New York ab.
Für den Ausbildungsjahrgang 2012 sind noch bis zum 16. Juni 2011 Bewerbungen auf www.axel-springer-akademie.de möglich. Das anschließende Auswahlverfahren gliedert sich in zwei Phasen: In der ersten Phase laden wir die besten 200 Bewerber zu einem Schreib- und Wissenstest nach Berlin ein. In Phase zwei lernen wir die 80 Testsieger in einem persönlichem Gespräch kennen. Ausbildungsstart der 40 besten Kandidaten ist dann in zwei Gruppen: zum 1. Januar 2012 oder zum 1. Juli 2012.
Welche Fähigkeiten braucht ein junger Journalist, um ein Volontariat bei Ihrem Medium zu bekommen?
Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen bei uns. Drei Dinge muss man aber auf jeden Fall mitbringen, nämlich Talent, Leidenschaft und Ehrgeiz.
Was ist Ihnen bei der Bewerbung besonders wichtig?
Bei uns im Verlag gibt es keine Grenzen mehr zwischen Print und Online. Wir haben den Anspruch, Deutschlands modernste Journalistenausbildung anzubieten, also freuen wir uns besonders über Bewerber, die selbst auch keine Grenzen zwischen Print und Online ziehen.
Worauf kommt es bei den Arbeitsproben an?
Wir bitten unsere Bewerber bei der Onlinebewerbung eine Reportage ihrer Wahl einzureichen, die rund 3.500 Zeichen umfasst. Dabei achten wir sowohl darauf, welches Thema jemand auswählt, und dann natürlich, wie seine Sprache ist. Beides ist gleichermaßen wichtig.
Welche Vorbildung erwarten Sie bei Bewerbern, welche Rolle spielt ein (abgeschlossenes) Studium?
Ein Studium ist keine Bedingung, wir hatten auch schon Abiturienten in der Ausbildung. Wir haben ganz bewusst alle formalen Zugangsvoraussetzungen abgeschafft.
Wie wichtig sind Praktika? Welches Medium bringt Neulingen den größten Lerneffekt?
Grundsätzlich spielt es für uns keine Rolle, wo die erste Medienerfahrung gesammelt wurde. Egal ob Redaktionspraktikum, Schreiben für ein Hochschulmagazin oder freie Mitarbeit bei einem lokalen TV-Sender – wichtig ist nur, dass schon eine gewisse Erfahrung vorhanden ist.
Worauf sollten Bewerber bei ihren Fotos achten?
Egal ob klassisch, kreativ oder eher locker – bei den Bewerbungsfotos haben wir keinerlei Erwartungen. Und wenn jemand gar kein Foto schickt, auch okay.
Wie stehen die Chancen für Volontariatsbewerber, die noch nicht in Ihrem Haus gearbeitet haben?
Sehr gut, denn wir machen keinerlei Unterschiede zwischen den Bewerbern. Am Ende entscheiden wir uns für die besten.
Erhalten Bewerber mit Journalistikstudium bei Ihnen den Vorzug?
Wir sind grundsätzlich offen für alle Fachbereiche, im Gegenteil, wir freuen uns besonders über Bewerber aus wirtschafts- oder naturwissenschaftlichen Fakultäten, auch über Juristen.
Werden Volontäre in Ihrem Verlag nach Tarifvertrag bezahlt?
Wir bieten ja eine Ausbildung an, die weit über ein klassisches Volontariat hinausgeht und investieren während der zwei Jahre sehr viel in unsere Journalistenschüler, dazu zählt beispielsweise auch der Studienaufenthalt in New York. Dennoch bezahlen wir eine Ausbildungsvergütung von 1.200 Euro pro Monat.

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