Regionalzeitungen verlieren erneut massiv

Kein Ende in Sicht bei den Auflagenverlusten der deutschen Regionalzeitungen. Stück für Stück bröckeln die Verkaufszahlen der Blätter weiter. Besonders deutlich verloren haben im ersten Quartal die B.Z., die Berliner Zeitung und das Hamburger Abendblatt, Gewinner gibt es unter den rund 40 wichtigsten Titeln nur einen: den Kölner Express. MEEDIA präsentiert die traditionelle Rundreise durch die Auflagenzahlen der stärksten Regionalzeitungen aus allen 16 Bundesländern.

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Wie immer starten wir unseren Trip durch Zeitungs-Deutschland in Berlin, dem umkämpftesten Zeitungsmarkt der Republik. Hier gibt es auch gleich die beiden größten Verlierer des Quartals. So gingen dem Marktführer B.Z. 8,8% der verkauften Auflage abhanden, die Berliner Zeitung verlor ähnliche 8,9%. Etwas besser sah es für die Morgenpost, den Tagesspiegel und den Berliner Kurier aus – die beiden letztgenannten konnten in der Auflagenkategorie der Abos sogar zulegen.

In den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen verloren die großen Blätter meist zwischen 2,6% und 3,8%. Einzige Ausnahme: die Ostsee-Zeitung aus Rostock, der nur 1,1% der Vorjahres-Verkäufe abhanden gingen. Der deutlichste Verlierer dieser Länder stammt ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Schweiner Volkszeitung büßte 3,8% ein. Ebenfalls deutlich im Minus: die Märkische Allgemeine (-3,7%) und die Mitteldeutsche Zeitung (-3,5%).

Sehr stark nach unten ging es auch für das Hamburger Abendblatt. 6,3% der Vorjahres-Käufer griffen nicht mehr zu der Zeitung, allein bei den Abos gab es mit dem Minus von 4,7% den zweithöchsten Verlust in unserer Übersicht – nur die Schweriner Volkszeitung verlor mit 4,9% mehr Abos. Hinzu kommt beim Abendblatt ein Einzelverkaufs-Minus von 13,5%. Glimpflich davon gekommen ist hingegen der lokale Konkurrent Hamburger Morgenpost. Bei den Abos – die für das Boulevardblatt allerdings nicht so wichtig sind wie der Einzelverkauf – ging es sogar nach oben. Insgesamt blieb unter dem Strich ein kleines Minus von 1,0%. Auf ähnlichem Niveau verlor im Norden noch die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg (-0,9%), überdurchschnittlich stark ging es für die sh:z nach unten.

In NRW gingen den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe 3,7% der Vorjahres-Käufer verloren, das Abo-Minus von 3,4% ist das deutlichste unter den wichtigsten NRW-Blättern. Halbwegs zufrieden sein kann man bei der Zeitungsgruppe Neue Westfälische (-0,8%) und der Zeitungsgruppe Münsterland (-1,7%), ein bisschen feiern darf man sogar beim Express. Das Boulevardblatt aus Köln ist der einzige echte Gewinner unter den großen Regionalzeitungen. Mit einem kleinen Plus bei den Abos glich man das kleine Minus im Einzelverkauf aus, unter dem Strich bleibt ein Zuwachs von immerhin 42 verkauften Zeitungen.

Das in den vergangenen Quartalen meist zu beobachtende Nord-Süd-Gefälle hat sich diesmal etwas relativiert. Auch im Süden schrumpfen die Auflagen nun etwas deutlicher. Zwar gibt es in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern auch positive Ausreißer wie RheinMainMedia (u.a. Frankfurter Neue Presse) mit einem Minus von 0,4% oder die Augsburger Allgemeine mit einem kleinen Verlust von 1,0%, dafür aber auch deutlichere Verluste wie die 2,9% der Schwäbischen Zeitung oder die 2,6% der Nürnberger Nachrichten. Noch im vergangenen Quartal hatte keine Zeitung aus diesen fünf Ländern mehr als 1,9% verloren.

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