Red Bull – der Medienkonzern aus der Dose

Wer mit dem Namen Red Bull immer noch ausschließlich eine stark koffeinhaltige Limonade in schmalen Dosen in Verbindung bringt, ist schief gewickelt. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat aus dem österreichischen Unternehmen längst einen weit verzweigten Medienkonzern gemacht, inklusive TV-Sender, People-Magazin, Mobilfunk-Angeboten und Landlust-Klon. Sein neuster Streich: Das Magazin Red Bulletin kommt in Deutschland an den Kiosk.

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Bisher lag das Monats-Magazin Red Bulletin in Deutschland gratis der Tageszeitung FAZ bei. Die Kooperationen mit der FAZ soll auch beibehalten werden. Ab 3. Mai wird Red Bulletin aber zusätzlich für 3,50 Euro Verkaufspreis am Kiosk zu haben sein. Die Auflage in Deutschland wird von Red Bull mit rund 130.000 Exemplaren angegeben.

Das Magazin Red Bulletin wird auch noch in anderen Ländern vertrieben. Es gibt extra Ausgaben u.a. für Österreich, Großbritannien, Neuseeland und Südafrika. Die weltweite Auflage liegt laut eigenen Angaben bei über drei Millionen Exemplaren. Inhalt von Red Bulletin sind vor allem Sport, Kunst, Kultur und sonstige Lifestylethemen unter besonderer Berücksichtigung von Red-Bull-Events. Die Marke engagiert sich stark im Extrem- und Motorsport. An vorderster Stelle sind da natürlich die beiden Formel-1-Rennställe von Red Bull zu nennen: Red Bull Racing mit dem amtierenden Weltmeister Sebastian Vettel sowie der italienische Rennstall Scuderia Toro Rosso. Formel 1 Weltmeister Vettel steht dem Red Bulletin Magazin praktischerweise stets für Stories und Interviews zur Verfügung.

Das Red-Bull-Reich des Dietrich Mateschitz hat aber noch viel mehr Medien-Ableger. So wird das Red Bulletin Magazin von seiner österreichischen Red Bulletin GmbH produziert. Bei der Red Bulletin GmbH entsteht auch das wöchentliche österreichische People-Magazin Seitenblicke, das Mateschitz im Jahr 2005 gestartet hat. Außerdem erscheint bei Red Bulletin  seit kurzem das Monatsmagazin Servus in Stadt & Land – eine österreichische Variante des auch in Deutschland sehr erfolgreichen Landlust-Konzepts. Und Red Bulletin verlegt auch gleich noch eine wöchentliche Motorsportzeitschrift namens Speedweek, in der der RTL-Formel-1-Reporter und hauseigene Kolumnist im Interview sagen darf: "Red Bull ist hoch überlegen." Geschäftlich ist das sicher praktisch, wenn Themen und Medien aus ein und derselben Firmenhand kommen. Unabhängiger Journalismus sieht anders aus.

Der Red-Bull-Tochterfirma Red Bull Mediahouse GmbH gehört zudem der Ösi-TV-Sender Servus TV, der aus dem Regionalsender Salzburg TV hervorgegangen ist und auch in Deutschland über den Astra-Satelliten empfangen werden kann. Den Sender kann man, typisch für Red Bull, am ehesten als Lifestyle-Kanal beschreiben mit viel Sport, Musik, Talk und (leicht verdaulicher) Kultur. Das bekannteste Format von Servus TV ist die Sendung “Talk aus Hangar 7”, die im Juli 2010 überregional bekannt, als der Astronaut und erste Mensch auf dem Mond, Neil Armstrong, dort seinen ersten Talkshow-Auftritt absolvierte (übrigens interviewt von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher).

Der “Hangar 7”, in dem die Show aufgezeichnet wird, ist zugleich eine Art Event-Rummelplatz für Red Bull. Dort sind Flugzeuge der Red-Bull-Kunstflugstaffel und Formel-1-Rennwagen von Red-Bull-Racing ausgestellt, es gibt Restaurants, Cafés, Kunstausstellungen und Konzerte, die selbstverständlich im angeschlossenen Red Bulletin Magazin abgefeiert werden. Damit nicht genug, hat der umtriebige Mateschitz gemeinsam mit Telekom Austria noch einen eigenen Red Bull Mobile Mobilfunktarif ins Leben gerufen. Auch in der Schweiz ist Red Bull mittlerweile im Mobilfunk aktiv, dort allerdings unter dem Namen Sunrise.

Der Markenwert von Red Bull wurde laut einer Studie des European Brand Institute von 2008 mit rund zwölf Milliarden Euro bewertet. Damit war Red Bull die zwölft wertvollste Marke Europas, noch vor Allianz, SAP und Ikea. Mit den kleinen Dosen macht der Konzern samt angeschlossenem Medien-Konglomerat große Geschäfte. 2010 verbuchte Red Bull ein Rekordjahr mit über 4 Mrd. verkauften Getränkedosen und einem Umsatz von über 3,7 Mrd. Euro (ein Plus von 7,6 Prozent). Die enge Symbiose des Getränks mit Lifestyle, Extremsport, Events und Medien ist dabei ein ganz wesentlicher Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs. Ob das “fast unabhängige Monatsmagazin” (Untertitel) Red Bulletin auch am Kiosk erfolgreich sein wird, muss sich zeigen. Für eine Art Kundenmagazin mit reichlich Eigen- und sonstiger Werbung 3,50 Euro zu verlangen ist schon extrem sportlich – auch für Red Bull.

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  1. Fun, February 25 featured Pat Cash vs. Krickstein. Cash won the junior titles at Wimbledon plus the US Open in 1982 and took to 1983, as he had become the youngest player to play in a very Davis Cup final. He won the decisive singles rubber against Joakim Nystrm as Australia defeated Sweden 32 to get the cup and won Wimbledon later. Cash defeated Krickstein 26, 63, 108.

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