Esser neuer Super-Manager bei Holtzbrinck

Rainer Esser übernimmt von Dieter von Holtzbrinck: Der Geschäftsführer der Zeit, übernimmt zum 1. Mai, neben seinem Job in Hamburg, noch die Geschäftsführung der DvH Medien GmbH. Diese Holding kontrolliert alle Verlagsbeteiligungen von Dieter von Holtzbrinck. Dazu gehört die Verlagsgruppe Handelsblatt, die GMZ Tagesspiegel-Gruppe und ein 50-Prozent-Anteil an der Zeit. Damit gelingt dem Hamburger Verlags-Geschäftsführer der Aufstieg in die erste Riege der deutschen Medienmanager.

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Neben dem Hamburger wird zum 1. September Oliver Finsterwalder neuer CFO der Holding. Der 40-Jährige kommt von der Wirtschaftsprüfer-Sozietät Rödl & Partner aus Stuttgart. Sobald die beiden neuen Geschäftsführer an Bord sind, wird Dieter von Holtzbrinck, der im September dieses Jahres 70 Jahre alt wird, in den Verwaltungsrat wechseln, dem auch sein enger Berater Michael Grabner angehören wird.

Beschleunigt wurde der Umbau durch den Entschluss des VHB-Geschäftsführers Tobias Schulz-Isenbeck, zu Ringier zu wechseln. Neben seinem Job bei der Zeit und der DvH soll sich Esser deshalb auch verstärkt um die Verlagsgruppe Handelsblatt kümmern. Die Düsseldorfer schreiben – dem Vernehmen nach – mittlerweile wieder schwarze Zahlen. Von Esser erhofft sich Dieter von Holtzbrinck offenbar, dass er bei den Düsseldorfer Wirtschaftsblättern mit einem ähnlichen Geschick weitere Geschäftsfelder erschließt, wie es ihm bereits bei der Hamburger Wochenzeitung gelungen ist.

Für das Jahr 2010 verkündete Esser gerade einen Rekordumsatz des Zeit-Verlages. So konnten die Hamburger im Vergleich zum Vorjahr (2009: 123 Millionen Euro) ihre Erlöse um neun Prozent, auf jetzt 134 Millionen Euro ausbauen. Die Steigerung verdankt das Verlagshaus sowohl zunehmenden Vertriebs- wie auch Vermarktungs-Einnahmen. Seit 2003 wuchs der Umsatz um 81 Prozent.

Die gedruckte Zeit ist eine der wenigen Print-Publikationen, die in den vergangenen fünf Jahren Leser gewonnen hat. Um fünf Prozent legte der Gesamtverkauf zu, die Abonnentenzahl stieg sogar um sieben Prozent. Laut der IVW-Auswertung aus dem vierten Quartal 2010 kommt die Wochenzeitung auf eine Auflage von 504.256 Exemplaren.
Das Handelsblatt kämpft dagegen seit Jahren vor allem mit einem kräftigen Kiosk-Minus. Im vergangenen Jahr verlor die Wirtschaftszeitung im Einzelverkauf 23 Prozent. Dank gestiegener Sonderverkäufe liegen die Verluste im Gesamtverkauf (136.625) allerdings nur bei moderaten minus zwei Prozent.
Die Wirtschaftswoche meldete für das letzte Quartal 2010 fast identische Zahlen. Auch bei der Wiwo verlor der Einzelverkauf 23 Prozent, die Sonderverkäufe stiegen um vier Prozent und das Gesamtminus lag bei einem Gesamtverkauf von 178.042 Exemplaren bei zwei Prozent.

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