Die Umsatzbringer der Bahnhofskioske

Bahnhofsbuchhandlungen sind eine Welt für sich. Reisende decken sich mit Lektüre für die Bahnfahrt ein, Menschen mit speziellen Hobbys besorgen sich ihren Special-Interest-Lesestoff, schließlich gibt es hier im Normalfall das beste Pressesortiment der Stadt. Kein Wunder also, dass auch die Umsatzbringer der Läden anders aussehen als die der normalen Kioske und Supermärkte. Statt Programmzeitschriften und Billig-Yellows finden sich hochpreisige Wissensmagazine und People-Blätter wie Bunte und InTouch weit vorn.

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Das Fachmagazin der neue vertrieb hat in seiner aktuellen Ausgabe 6/7-2011 ein Top-50-Ranking der umsatzstärksten Publikumszeitschriften der Bahnhofskioske im Jahr 2010 veröffentlicht. Ermittelt wurde das Ranking aus den Angaben der vier größten Bahnhofsbuchhandelsketten Deutschlands, die zusammen einen Marktanteil von fast 80% erreichen.

Wenig überraschend ist die Nummer 1 des Rankings: Dort findet sich nämlich Der Spiegel und damit das Magazin, dass auch insgesamt den größten Umsatz im Einzelverkauf an allen deutschen Kiosken erreicht. Hinter dem Spiegel folgen am Bahnhof der Stern und der Focus, die insgesamt die Ränge 3 und 24 belegen. Der Focus ist am Bahnhof also deutlich stärker als an normalen Kiosken. Ähnlich sieht die Situation bei Neon (Platz 5 am Bahnhof) und dem kicker (Platz 6) aus – auch diese Titel sind in den Bahnhofskiosken deutlich überdurchschnittlich erfolgreich.

Der Blick auf die Top 50 zeigt zudem, dass vor allem zwei Segmente starke Bahnhofszahlen verzeichnen: People-Magazine und Wissens- bzw. Special-Interest-Magazine. So finden sich die Bunte (4), InTouch (7), Gala (9), "In" (16) und "OK" (21) alle im Vorderfeld der Charts. Im Gesamt-Umsatz-Ranking des Einzelverkaufs schaffte von diesen Titeln 2010 nur die Bunte den Platz in die Top 20.

Noch viel klarer über ihren Gesamtzahlen liegen verschiedene Special-Interest-Magazine am Bahnhof. So belegt das Magazin Brand Eins den 11. Platz des Bahnhofs-Umsatz-Rankings, Spiegel Geschichte folgt auf Rang 12, Geo Epoche auf 13, Psychologie Heute auf 18 und Geo Wissen auf 20. Auch The Economist (23) ist sehr weit vorn vertreten und schlägt am Bahnhof damit u.a. auch Titel wie die Bild der Frau und TV Movie.

TV Movie wiederum ist eins der wenigen Programmies in der Bahnhofs-Top-50. Andere Titel wie TV 14, die im Gesamt-Einzelverkauf so stark sind, fehlen hier ganz. Programmzeitschriften sind also offenbar eher etwas, das man am Kiosk an der Ecke oder im Supermarkt kauft, am Bahnhof greift man eher zu People-Magazinen oder Zeitschriften mit längeren Lesestücken.

Die gesamte Top 50 finden Sie wie erwähnt in Ausgabe 6/7-2011 des Fachmagazins der neue vertrieb.

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