SZ plant neue Wochenendausgabe

Frischer Wind für den Süden: Die Süddeutsche Zeitung will laut Hamburger Abendblatt ihr Layout ändern und dabei dem bereits überarbeiteten Regionalteil in Bayern wieder angleichen. Die Veränderung soll jedoch "behutsam" erfolgen: Bis Ende des Jahres soll ein Entwurf vorliegen, über den der SZ-Herausgeberrat entscheiden wird. Zudem steht in München die Neuentwicklung einer Wochenendausgabe auf dem Plan, wie Innenpolitikchef Heribert Prantl gegenüber dem österreichischen Blatt Die Presse sagte.

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Prantl sagte, dass man überlegen werde, "in welcher Weise man die sechste Ausgabe, die Samstagsausgabe, zu einer ganz neuen Wochenendausgabe macht. Das Spezialabo für Samstag läuft ziemlich gut, und darauf kann man aufbauen." Eine Süddeutsche Sonntagszeitung werde es nicht geben, auch wenn es sein Traum wäre. Prantls Erklärung: Es sei sehr teuer, dafür einen Vertrieb aufzubauen. "Die neuen Verleger, die vor ein paar Jahren sehr viel Geld für das Blatt ausgegeben haben, werden nicht schon wieder eine Großinvestition machen wollen."
Bereits im vergangenen Sommer hatte Johannes Friedmann, Gesellschafter und Herausgeber der Süddeutschen Zeitung, gegenüber dem Spiegel angekündigt, dass die Süddeutsche die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung künftig vom Samstag aus angreifen wolle und die Wochenendbeilage dementsprechend ausgebaut werde. Auch das freitags erscheinende SZ Magazin könne ins Konzept eingebunden werden.
Eine Analyse der IVW-Zahlen aus dem ersten Quartal 2011 ergab, dass Wochen- und Sonntagszeitungen sich einer wachsenden Käuferschaft erfreuen, während überregionale Tageszeitungen beim Gesamtverkauf verlieren.  Zeit, Welt am Sonntag und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung konnten ihre verkauften Auflagen allesamt steigern. Am besten schnitt dabei die F.A.S. ab: Sie gewann 7.637 Verkäufe, bzw. 2,2% hinzu. Die Zeit gewann 0,5%, die WamS 0,7%. Zum Vergleich: Die Süddeutsche Zeitung verkaufte insgesamt 436.997 Exemplare, was im Vergleich zum Vorjahresquartal einem Minus von zwei Prozent entspricht.
Der Ausbau des Wochenendteils könnte laut Prantl noch 2011 voranschreiten. Darin sollen auch die Stärken der Zeitung, die Analyse und die Hintergrundberichterstattung, weiter herausgearbeitet werden. "Die SZ ist eine Autorenzeitung. Autorität kommt von Autor. Diese Autorität hebt uns heraus, das sollten wir in der Wochenendausgabe noch mehr nutzen und die blanke Tagesaktualität zurückdrängen, sodass die Samstagszeitung eine Lesezeitung wird", so Prantls Plan für die Zukunft.

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