Streit um Doktorarbeit spitzt sich zu

Die Prüfung der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg ist durch eine Kommission der Universität Bayreuth offenbar weitestgehend abgeschlossen. Wie der Spiegel schreibt, hat sich der Politiker in einer ersten Stellungnahme an das Gremium gewandt und sich nochmals erklärt: Er habe viele Jahre an der Arbeit gesessen, verschiedene Datenträger benutzt, in kurzen Abschnitten gearbeitet und die Übersicht über sein Werk verloren. Der Vorwurf des Plagiats bestehe laut Kommission aber weiterhin.

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Grund: Vor allem gegen Ende der Doktorarbeit sei über weite Strecken fast wörtlich zitiert worden, ohne die Quelle anzugeben. Dabei soll es sich um jene 40 bis 50 Seiten handeln, in denen zu Guttenberg über mehrere von ihm in Auftrag gegebene Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages berichtet. Laut Uni Bayreuth stehe dies im Widerspruch zu seinen Angaben und sei kaum mit Schusseligkeit zu erklären.
Über das "mögliche Ergebnis" der Prüfung seiner Doktorarbeit soll zu Guttenberg bereits unterrichtet worden sein. Bis Ende April steht dem Politiker offen, sich dazu zu äußern. Anfang Mai soll der Bericht dann abgeschlossen werden. Die Ergebnisse sollen veröffentlicht werden.
Der Spiegel schreibt weiter, dass in dieser Woche ein Plagiatsopfer Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Hof gegen Verstoßes gegen das Urheberrecht stellen will. Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor berichtet, dass dort etwa 100 Anzeigen vorliegen würden. Eine Verletzung des Urheberrechts kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

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