Die Top 50 der Zeitschriften-Neugründungen

Die Zeiten der ganz großen Zeitschriften-Neugründungen scheinen seit ein paar Jahren vorbei zu sein. Millionen-Auflagen gibt es bei jüngeren Magazinen gar nicht mehr, der letzte Neuling, der einen wirklichen Massenmarkt erreicht hat, ist die Landlust aus dem Jahr 2005. Doch wie viel Auflage lässt sich mit neuen Zeitschriften noch machen? Welches sind die erfolgreichsten Zeitschriften-Neugründungen der vergangenen Jahre? MEEDIA wollte es wissen und hat ein Top-50-Ranking der Neulinge erstellt.

Anzeige

In die Wertung unserer Neugründungs-Charts kamen alle Publikumszeitschriften, die in den vergangenen fünf Jahren, also seit 2006 erstmals an die Kioske kamen und deren verkaufte Auflagen im vierten Quartal 2010 an die IVW gemeldet wurden. Die ernüchternde Erkenntnis: In all diesen Jahren gab es keine einzige Magazin-Neueinführung, mit der derzeit die Auflagenmarke von 300.000 geknackt wird. 289.162 Verkäufe reichten für den ersten Platz der Neulings-Charts. Erkämpft hat ihn sich interessanterweise Laviva, das Frauenmagazin des Rewe-Verlags, das nur in Märkten des Konzerns verkauft wird. Eine bittere Niederlage für die herkömmlichen Verlage und Vertriebsstrukturen.

Auch auf den weiteren Plätzen folgen vornehmlich niedrigpreisige Zeitschriften mit einer eher weiblichen Zielgruppe: TV für mich aus dem Gong Verlag liegt bei knapp unter 250.000 Verkäufen, der Freizeit Monat aus dem Alles Gute Verlag und der weitere Gong-Titel TV 4 Wochen schafften ebenfalls noch den Sprung über die 200.000er-Marke. Erfolgreichstes neues Magazin mit einem Preis von mehr als einem Euro ist Burdas Mein schönes Land auf Platz 5. Apropos Land. Zwar fehlt die Landlust in unserem 5-Jahres-Ranking, weil sie bereits 2005 gegründet wurde, dafür finden sich mit mein schönes Land, der Land Idee und Liebes Land drei weitere Magazine aus dem Boom-Segment.

Hinter mein schönes Land folgen weitere vornehmlich für Frauen produzierte Zeitschriften: u.a. Woche Heute, Grazia, illu der Frau, neues für die Frau, OK!, von Frau zu Frau, aktuell für die Frau, Meine Freizeit, usw. Echte Männer-Titel finden sich in der Top 25 hingegen überhaupt keine. Wollen Männer keine neuen Magazine? Oder haben die Verlage keine Ideen, bzw. trauen sich nicht mit ihnen auf den Markt? Erst auf Platz 31 findet sich mit Auto Bild klassik eine Zeitschrift mit wohl eher männlicher Zielgruppe.

Oft vertreten sind in unserem Top-50-Ranking hingegen Kinderzeitschriften: Hinter der Nummer 25 Prinzessin Lillifee folgen noch das Filly Magazin, Prinzessin Lillifee Zauberwelt, Das Haus Anubis, Wickie und die starken Männer, Pferd & Co., Filly Special, Pokémon, Prinzessin Lillifee Bastelzauber, das playmobil magazin und Horseland. Das ist wenig erstaunlich, findet im Kinder-Segment doch seit jeher eine recht große Fluktuation mit alten und neuen Marken statt. Eher erstaunlich: acht dieser Magazine stammen aus dem noch recht jungen Verlag Blue Ocean Entertainment, der sich damit große Marktanteile in den Kinderzimmern erobert hat.

Erstaunlich ist zudem die geringe Dichte an Titeln der vier traditionsreichen Zeitschriften-Großverlage Springer, Bauer, Burda und Gruner+Jahr. Zwar konnte Burda mein schönes Land immerhin auf Rang 5 bringen und Bauer Woche heute auf Platz 6 und tv!top Platz 10, doch das war’s schon mit Top-Ten-Titeln. Für die Verlage, die das Gesamt-Ranking der stärksten deutschen Zeitschriften so dominieren, ein schwaches Ergebnis. Vor allem Springer und Gruner + Jahr haben in den vergangenen fünf Jahren nahezu keinen Auflagenhit auf den Markt gebracht. Springer schaffte nur mit Auto Bild klassik (Rang 31) den Sprung in die Top 50, G+J folgt mit Wunderwelt Wissen und dogs nur auf den Plätzen 41 und 47.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige