Plagiatsopfer will gegen Guttenberg klagen

Kommt bald der große Prozess? Ein Plagiatsopfer hat angekündigt, gegen Karl-Theodor zu Guttenberg Klage einreichen zu wollen. Wenn der Strafantrag gestellt wird, muss sich der ehemalige Verteidigungsminister rechtlich für die Plagiate in seiner Doktorarbeit verantworten. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, hat er in großem Umfang Texte des Geschädigten in seiner Dissertation kopiert. Guttenbergs Anwälte versuchen, eine Gerichtsverhandlung abzuwenden.

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Bisher musste sich Guttenberg nicht rechtlich für die Plagiate verantworten. Denn das Gericht verfolgt die Tat nur, wenn einer der Geschädigten Anzeige erstattet oder die Staatsanwaltschaft ein besonderes öffentliches Interesse an dem Fall sieht. Letzteres ist zwar gegeben, doch die Anwälte des ehemaligen Verteidigungsministers versuchten den Persönlichkeitsschutz ihres Mandanten über das öffentliche Interesse zu stellen. Aber das könnte bald nicht mehr ausreichen: "Ich werde Strafantrag gegen Herrn zu Guttenberg stellen", sagte das Plagiatsopfer zur Frankfurter Rundschau. Juristen arbeiteten derzeit an dem Strafantrag.
Bei wem es sich bei dem Kläger handelt, lässt die FR offen. Bekannt ist, dass bei der Justiz schon mehr als 100 Strafanzeigen gegen Guttenberg eingegangen waren. Diese ist aber die erste, die von einem Betroffenen gestellt wurde, was entscheidend für die Aufnahme eines Gerichtsprozesses ist.
Die Universität Bayreuth, an der Guttenberg promovierte, prüft zurzeit dessen Doktorarbeit. Nach der Untersuchung soll eine Kommission die Ergebnisse offenlegen. Doch die Anwälte des CSU-Politikers wollen eine Veröffentlichung des Kommissionsberichts mit Verweis auf das Persönlichkeitsrecht verhindern.
Guttenberg erhielt 2007 für seine Doktorarbeit die Gesamtnote "summa cum laude", was einem "sehr gut" entspricht. Im Februar dieses Jahres gründete sich das sogenannte GuttenPlag Wiki, das nach Copy&Paste-Delikten des damaligen Verteidigungsministers fahndete. Es fand Plagiate auf 369 von 393 Seiten in der Dissertation. Der daraufhin entstehende öffentliche Druck zwang Guttenberg, am 1. März seinen Rücktritt von sämtlichen politischen Ämtern zu erklären.

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