Blogger-Aufstand gegen Huffington und AOL

Eine große Gruppe von Bloggern hat eine Sammelklage gegen die Huffington Post, deren Gründerin Arianna Huffington und den neuen Besitzer AOL eingereicht. Die Kläger verlangen eine nachträgliche Honorierung für ihre Beiträge, nachdem das Portal für 315 Millionen Dollar verkauft worden ist. Die Begründung für die Klage im Namen von 9000 Bloggern: Sie hätten den Wert des Unternehmens geschaffen, das Huffington verkauft habe, ohne sie zu beteiligen.

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Huffington hält weiter an ihrem Standpunkt fest, für Autoren das ideale Sprungbrett zu sein, wenn auch ohne Bezahlung. Geführt wird die Klage von Jonathan Tasini, einem ehemaligen HuffPo-Blogger. Tasini hat Erfahrung in öffentlichen Auftritten, war Präsident der US-Schriftstellervereinigung National Writers Union und kandidierte für einen Senatorposten in New York. Auch gegen die New York Times machte er schon mobil und gewann einen Prozess, bei dem es um die nachträgliche Vergütung bei Aufnahme von Werken in andere elektronische Datenbanken ging.

So hält er auch mit Anschuldigungen nicht hinterm Berg. Die HuffPo-Blogger seien in “moderne Sklaven auf Arianna Huffingtons Plantage” gemacht worden, erklärte er gegenüber der New York Times. “Bis Du hier Gerechtigkeit walten lässt, wird dein Leben die Hölle sein”, richtet er seinen Appell an Huffington selbst.

Deren Sprecher Mario Ruiz gab sich gelassen: “Unsere Blogger nutzen unsere Plattform (…), um sich zu vernetzen und ihre Arbeit bekannter zu machen.” Aus demselben Grund würden Menschen auch TV-Shows besuchen – um ihre Ansichten und Ideen zu promoten.

Und längst nicht alle Autoren stehen geschlossen hinter Tasini. Glynnis MacNicol widerspricht dessen Behauptung schon jetzt öffentlich. MacNicol schrieb in der Vergangenheit ebenfalls für die Huffington Post und wurde teilweise auch bezahlt. Doch für ihre kostenlos erschienen Texte wären ihr keine Versprechen über eine spätere Wiedergutmachung gemacht worden.

Auch Huffington selbst erklärt immer wieder: “Wir zahlen für Reportagen, nicht für Meinungen.” Es bleibt spannend zu beobachten, welche Dynamik der Kampf der vielen kleinen Content-Davids gegen die beiden Branchen-Goliaths entwickeln wird.

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