Bild-Chef Kai D. – der “dressierte” Mann

Katja Kessler hat ein neues Buch veröffentlicht und wieder spielt ihr Ehegatte, Bild-Chefredakteur Kai Diekmann alias “Schatzi”, eine zentrale Rolle: “Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren”.  Wie schon im Vorgänger “Frag mich, Schatz, ich weiß es besser!” ist das Buch eine Sammlung von Kolumnen plus Zusatzmaterial. MEEDIA hat die erstaunlichsten Erkenntnisse über den Bild-Chef aus dem neuen Kessler-Werk zusammengetragen.

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Wie schon im ersten Teil der im typischen Kessler-Stil geschrieben Alltags-Beobachtungen taucht der Gatte nirgends mit seinem echten Namen auf, sondern immer nur mit seinem Pseudonym “Schatzi”. Manchmal ist hier und da auch eine gezeichnete Version vom ihm zu sehen, man sieht seine Füße (S.280) oder die Brille (S.332). Auch die Bild-Zeitung wird nie direkt erwähnt. “Schatzis” Beruf im Buch wird als “viel beschäftigter Manager eines Buchstaben verarbeitenden Unternehmens” umschrieben (S.17). Man erfährt, dass er “häufig abends zu VIP-Veranstaltungen” muss (S.17) und eigentlich niemals vor 23 Uhr nach Hause kommt (S.313).

Aber was für ein Kerl ist dieser “Schatzi” eigentlich? Er ist einer, der die Klobrille immer oben lässt (S.68) und “im Zoo wäre Schatzi ein Kakadu ohne Haube oder das Zebra mit Rüssel” (S.76). Aha. Nach dieser animalischen Charakterisierung gibt es eine Version der Urlaubsreise der Diekmann/Kesslers nach Marokko aus weiblicher Perspektive zu lesen (S. 76 ff). Wir erinnern uns: Die Reise wurde von Diekmann in seinem Kurzzeitblog samt Kofferverlust seinerzeit auch schon ausführlich im Video dokumentiert. Das war die Reise, in der Diekmann beim Überspielen der Videos auch in die “Roaming-Falle” tappte, wobei der Springer-Verlag großzügig die aufgelaufenen Kosten von rund 46.000 Euro (laut Frau Kessler 46 Millionen Euro) beglich.

Man lernt im neuen Kessler-Buch etwas über “Schatzi”, den Charmeur: “Mein Zaubersatz, mit dem Schatzi zum Ausdruck brachte, dass er sich vorstellen könnte, bis in alle Ewigkeit mit mir zusammenzuleben, lautete: ‘Prima, du bist schnell!’” Immerhin erwähnt die Autorin mehrfach, dass er aus dem für überbordende Romantik regelrecht bekannten Städtchen Bielefeld stammt.

In einer Mini-Nebenrolle taucht in dem Buch übrigens auch der frühere Bild-Unterhaltungschef Manfred “Manne” Meier auf, der die damalige Praktikantin Kessler ihrem Chef und späteren Ehemann vorstellte. Im Buch heißt er allerdings, schriftstellerisch verfremdet, “Manni” Meier (S. 97). Ist “Schatzi” jetzt ein Macho oder nicht? Das Bild bleibt nach der Lektüre offenbar gewollt diffus. Zwar zieht er angeblich nach dem Duschen brav die Scheiben ab (S.117), andererseits sind da seine als “blond & busig sowie schwarzhaarig & auch verdammt lecker” beschriebenen zwei Sekretärinnen, die sogar seine Ehefrau für ein dreisekündiges Gespräch in der Warteschleife hängen lassen (S.122).

Klatsch und Tratsch aus der Medienszene sucht man vergebens. Auf Seite 210 wird eine SMS einer “langjährigen Freundin” abgedruckt, die mit “bussi vicky” zeichnet. Handelt es sich etwa um das bundesdeutsche Medien-Phänomen Vicky Leandros, auf deren Happenings die Diekmann/Kesslers auch schon zu Gast waren?

Ganz am Schluss erfährt der Leser, bzw. die Leserin dann noch, wie sich Frau Kessler und ihr “Schatzi” eigentlich lieben lernten. Sie sei in seiner Wohnung sich übergebend zusammengebrochen (S.326). Daraufhin habe “Schatzi” die Nacht über im Krankenhaus an ihrem Bett gewacht und “Space Night” im Bayerischen Rundfunk geguckt. Wollen wir das glauben? Aber ja! Bis zur nächsten Folge der Kessler-Diekmann-Soap. Dass die kommen wird, steht außer Frage. Denn auf Seite 210 steht geschrieben: “Denn ich will und muss noch mindestens achtzig Jahre mit Schatzi verheiratet bleiben, sonst hätte ich nichts mehr, über das ich schreiben könnte.” Auch ein Schicksal.

"Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren" von Katja Kessler ist erschienen im Diana Verlag und kostet 12,99 Euro.

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