‚Unser Gehirn für digitale Welt nicht gemacht‘

Nicht nur klönen, sondern auch lernen: Am Donnerstag treffen sich Werber, Medien- und Media-Experten zum zweiten Wiesbadener Media & Marketing Kongress. Ziel des Springer-Fachmedien-Events: Die Teilnehmer sollen einen echten inhaltlichen Mehrwert bekommen. Im MEEDIA-Interview erklären die Organisatoren Anja Schüür-Langkau (Chefredakteurin media spectrum) und Armin Gross (Geschäftsführer Springer Fachmedien) die Kongress-Themen und verraten unter anderem, welche Auswirkungen Multitasking auf das Gehirn hat.

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Warum noch ein Medienkongress? Wie wollen Sie sich von den unzähligen anderen Medienkongressen absetzen?
Armin Gross: Zunächst einmal ist der Wiesbadener Media & Marketing Kongress kein klassischer Medienkongress, sondern eine Veranstaltung mit einem klar fokussierten Konzept, dass sich primär an den Bedürfnissen der Werbung Treibenden ausrichtet. Die meisten Veranstaltungen im Bereich Medien konzentrieren sich entweder auf eine Gattung oder bieten ein sehr breites und damit oft beliebiges Themenspektrum. Der Nutzen der Besucher liegt dann oft auf dem reinen Networking. Der Wiesbadener Media & Marketing Kongress hingegen stellt den inhaltlichen Nutzerwert in den Vordergrund und versteht sich als ein Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Ausgehend von unserer Kernzielgruppe, den Werbung treibenen Unternehmen, stehen auf dem Kongress die Bedürfnisse und Herausforderungen der Marketingverantwortlichen aus den Unternehmen im Fokus. Offen und kontrovers werden die Veränderungen der Mediennutzung und die Konsequenzen für die Kommunikationsstrategien der Unternehmen diskutiert. Mit dieser klaren und zielgerichteten Konzeption grenzt sich der Kongress deutlich von anderen Veranstaltungen im Markt ab.

Damit potentielle Teilnehmer wissen, worauf sie sich einlassen, können wir doch einmal kurz die Themenschwerpunkte durchgehen. Also: Welche Auswirkung hat denn das Multitasking auf das Gehirn?
Anja Schüür-Langkau: Laut Prof. Spitzer ist unser Gehirn für die digitale Welt nicht gemacht. Besonders problematisch für das Lernen und das Verständnis für die Welt sei das Multitasking. Wenn man dauernd versucht, alles Mögliche gleichzeitig zu machen, trainiert man sich laut Spitzer eine Aufmerksamkeitsstörung an. Der Professor der Universitätsklinik Ulm weist nach, dass Multitasking dumm macht und jede Funktion des Gehirns schlechter wird.

Warum müssen wir die heutigen Konzepte für die digitale Welt radikal überarbeiten?
Anja Schüür-Langkau
: Durch die Digitalisierung hat sich die Mediennutzung bekanntlich radikal verändert. Soziale Netzwerke im Internet werden als Kommunikationsplattformen immer wichtiger, vor allem in der jungen Zielgruppe. Die Empfehlung von Nutzer zu Nutzer über diese sozialen Netzwerke werden auch für Marken immer bedeutsamer. Prof. Tobias Langner nennt dies entkoppelte Kommunikation. Die Folge dieser Entwicklung ist, dass Marken heute nicht mehr nur über Massenmedien kommuniziert werden können, wenn die relevante Zielgruppe effizient erreicht werden soll, sondern sie müssen über eine Vielzahl zusätzlicher Touchpoints integriert werden. Da wir aber heute noch nicht über verlässliche Wirksamkeitsstudien verfügen, wie der Einsatz integrierter Kommunikation wirklich funktioniert, ist der Diskussionsbedarf bei allen Beteiligten groß.

Warum müssen wir Medianutzung und Mediaspendings neu bewerten?
Anja Schüür-Langkau
: Je mehr Medienkanäle und Touchpoints die Menschen nutzen, desto stärker sinkt einerseits das Zeitbudget, das die Menschen für einzelne Medien aufwenden. Andrerseits wächst die Parallelnutzung der Medien mit der Folge, dass Aufmerksamkeit bezüglich der Einzelmedien sinkt. Vor diesem Hintergrund müssen sowohl die derzeitigen Mediawährungen als auch die Höhe und Verteilung der Mediaspendings neu diskutiert und hinterfragt werden.

Warum wird die Nachweispflicht für das Marketing immer wichtiger?
Anja Schüür-Langkau
: Vor dem Hintergrund der globalisierten Welt und der damit verbundenen weltweiten Konkurrenz sowie der Zunahme von Konzentrationsbewegungen in nahezu alle Branchen blicken Unternehmen mehr denn je auf die Kosten. Damit einhergehend wächst der Druck des Controllings auf das Marketing in den Unternehmen. Das Marketing ist gefordert nachzuweisen, ob sich das investierte Marketingbudget wirklich gelohnt hat. Dabei wäre es sicher hilfreich, wenn die Wirkung des Marketings mit den klassischen betriebswirtschaftlichen Erfolgskennzahlen bewertet werden könnte. Dieses Thema hat sich der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) auf die Fahne geschrieben und wird dies auf dem Kongress diskutieren.

Nach dem vergangenen Jahr: Wie waren ihre Erfahrungen mit dem Standort Wiesbaden?
Armin Gross
: Wiesbaden als sich als Standort für den Kongress sehr bewährt. Zum einen ist Wiesbaden durch die Nähe zu Frankfurt und damit zum Frankfurter Flughafen sehr gut erreichbar und zum anderen unterstützt das außergewöhnliche, aber für Veranstaltungen dieser Art bestens geeignete Ambiente des Wiesbadener Kurhauses die Exklusivität und Qualität des Kongresses.

Was müsste passieren, dass Sie am Ende des Veranstaltungstages sagen: Das war ein perfekter Event?
Armin Gross
: Für uns steht der inhaltliche Nutzen des Kongressbesuchers im Vordergrund. Die Teilnehmer und Besucher sollen neue Impulse und Anregungen für ihre beruflichen Aufgaben mitnehmen, ihr Netzwerk durch interessante Kontakte erweitern und sich professionell und gut betreut fühlen. Wir sind sicher, dass wir mit dem Wiesbadener Media & Marketing Kongress hier auf dem richtigen Weg sind, das zeigt nicht zuletzt die Auswahl der hochkarätig besetzten Referentenrunde, die unserer Einladung auf Grund des inhaltlichen Konzepts der Veranstaltung gerne gefolgt ist.

MEEDIA.de ist Medienpartner des Wiesbadener Media & Marketing Kongress. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier

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