Die Fast-Food-Fehde um Facebook-Fans

Wer auf Facebook Fans generieren will, muss auf Gewinnspiele setzen. Oder im besten Fall etwas verschenken. Das hat auch Burger King erkannt. Die Fast-Food-Kette verschenkt nach einer zweimonatigen Testphase 50.000 Burger unter seinen neuen Facebook-Fans. Das Ziel ist klar: Mit Hilfe der Aktion will Burger King die Bekanntheit der Facebook Präsenz steigern und McDonalds nicht kampflos das Feld überlassen. Die Aktion markiert einmal mehr die Wichtigkeit des Social Networks für Unternehmen.

Anzeige

„Mit dieser Aktion bieten wir unseren Gästen ein ganz besonderes Geschmackserlebnis: Auf unserer Facebook-Seite holen sich die Fans Appetit auf unsere Aktionen und ihren Gratis-Coupon – den Hunger stillen können sie dann (…) in unseren Restaurants“, so Dirk Hildenbrand, Senior Marketing Manager bei Burger King.

Die Idee und Umsetzung der Aktion kommt von Interone, die mittlerweile für sämtliche Social-Media-Aktionen von Burger King verantwortlich zeichnen. „Das Potenzial für Burger King im Social Media Bereich ist riesig. Nach einem Agenturen-Pitch Ende letzten Jahres und der Festlegung einer langfristig angelegten Social Media Strategie, ist die Aktion ‘50.000 Whopper für 50.000 Fans’ erst der Auftakt für weitere kommende Aktionen“, so Hildenbrand.

Der Fast-Food-Riese bewirbt damit in erster Linie seine deutschen Facebook-Fanpage, die bislang “nur” über rund 5000 Fans verfügt. Die US-Seite kann schon über eine Million Fans aufweisen. Ganz anders organisiert sich Konkurrent McDonalds im Social Web. Der Fast-Food-Gigant setzt auf differenzierte Fanpages für jedes einzelne Land. McDonalds versucht sich ebenfalls daran, die Grenzen zwischen Offline-Kunden und Online-Fans verschwinden zu lassen. Auf Facebook macht das Unternehmen auf neue Produkte aufmerksam und begleitet mit Videos und Aktionen seine Aktion “Mein Burger”, bei der Fans Ihren eigenen Burger zusammenstellen können. Die Gewinner-Kreation soll dann in Filialen bundesweit erhältlich sein.

Noch lassen sich die Social-Media-Aktivitäten der beiden Fast-Food-Feinde nur schwer vergleichen. Während die eine Aktion auf Wachstum zielt, ist die andere um stärkeres Involvement der User bemüht. Das schlägt sich nicht zuletzt auch in den rund 180.000 Mc-Donalds-Fans nieder. Beide Aktion werden sicherlich zum gewünschten Erfolg führen. Doch Social-Media-Aktionen können für Unternehmen auch nach hinten losgehen.

So derzeit geschehen bei Henkel und dessen Spülmittelmarke Pril. Mit der Aktion „Mein Pril – Mein Stil“ konnten User eigene Designs für die Spülmittelflasche erstellen, die andere User dann “liken” konnten. Jetzt scheint die Traditionsmarke aber ein kleines Problem zu haben. Denn auf Platz eins ist momentan eine braune Flasche mit der Aufschrift „Schmeckt lecker nach Hähnchen!”. Entworfen hatte die Werbetexter Peter Breuer, sozusagen als Feldtest, welche Dynamik Crowdsourcing-Aktionen entwickeln können.

In eine ähnliche Falle tappte der Versandhandel Otto. Auf Facebook startete das Unternehmen einen Model-Contest. Gewonnen hat aber keine Frau, sondern ein Mann in Frauenkleidern, echter Name: Sascha Mörs. Was damals nach einer Niederlage klangt, nahm Otto gelassen. Das Social-Media-Team reagierte souverän: "Aus der Nummer kommst Du nicht mehr raus", nahm Otto die Siegerin zum Shooting in die Pflicht. "Wir freuen uns über die riesige Resonanz auf diese Aktion, danken allen Teilnehmern und sind vom Ergebnis wirklich überrascht. Humor ist, wenn man trotzdem lacht", kommentierte Unternehmenssprecher Thomas Voigt damals.

Einen anderen Weg ging kürzlich erst die Telekom. Wer auf der “Telekom hilft”-Fanpage am 6. April ab 10.00 Uhr auf die Service-Seite "Telekom-hilft" klickte, hatte die Möglichkeit, sich eines von insgesamt 4.000 generalüberholten iPhone-4-Modellen zum halben Preis zu sichern. Noch ist die Hälfte der Smartphones verfügbar, aber immerhin konnte das Unternehmen mehrere tausend Fans dazugewinnen.

Diese Beispiele zeigen: Für Unternehmen ist Facebook ein riesiges Spielfeld mit unbegrenzten Möglichkeiten, neue Fans zu generieren. Die Regeln machen aber nicht die Unternehmen, sondern die Community. Es bleibt spannend abzuwarten, welchen Ausgang die Burger-Schlacht auf Facebook nehmen wird.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige