BamS-Reporter gegen Öl-Deal freigelassen?

Die beiden monatelang im Iran festgehaltenen Reporter der Bild am Sonntag sind offenbar nur dank Zugeständnissen von Außenminister Guido Westerwelle an Teheran freigekommen. Wie Der Spiegel vorab meldet, soll ein von Deutschland genehmigter Öl-Deal den Ausschlag gegeben haben. Das lege ein Bericht aus der deutschen Botschaft in Iran nahe. Es gehe dabei um Öllieferungen von Iran an Indien, die über die Bundesbank und die in Hamburg ansässige Europäisch-Iranische Handelsbank abgewickelt werden sollten.

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Das Ölgeschäft soll Gegenstand eines Gesprächs zwischen dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Westerwelle in Teheran gewesen sein. Laut Spiegel machte Ahmadinedschad deutlich, dass Iran an dem Deal gelegen sei. Westerwelle habe sich vorerst zurückhaltend gezeigt und gesagt, der Finanztransfer werde nach rechtsstaatlichen Regeln geprüft. „Unmittelbar nach Freilassung der beiden Reporter wurde das Geschäft dann in Berlin gebilligt“, schreibt Der Spiegel.
Gegenüber dem Hamburger Nachrichtenmagazin bestreitet das Auswärtige Amt einen Zusammenhang zwischen der Freilassung der Reporter und dem Ölgeschäft. In anderen mit der Sache befassten Ministerien sei man jedoch verwundert über die Informationspolitik des Auswärtigen Amtes. Man hätte lieber offen mit der Sache umgehen sollen, heißt es.
Die BamS-Reporter wurden am 10. Oktober in der nordwestiranischen Stadt Täbris von der Polizei aufgegriffen, weil sie ohne Journalisten-Visum in dem Land unterwegs waren. Sie wollten ein Interview mit dem Sohn der wegen Ehebruchs zum Tode verurteilten Sakine Mohammadi Aschtiani führen. Im Februar ließ Iran den Redakteur und den Fotografen frei, nachdem Außenminister Guido Westerwelle persönlich ins Land gekommen war und sich mit Staats-Chef Mahmud Ahmadinedschad getroffen hatte. Zudem sollte sich die Axel Springer AG öffentlich entschuldigen sowie 36.500 Euro Geldstrafe pro Reporter zahlen.

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