News-Top-50: Klickrekorde mit Japan-Drama

Die Tragödie in Folge des Erdbebens in Japan hat den großen deutschen Nachrichten-Websites so viel Publikum beschert wie nie zuvor. Vor allem Spiegel Online, n-tv.de und N24 Online verzeichneten extreme Visits-Zuwächse, so die neuesten Zahlen der IVW. n-tv.de verbesserte sich im MEEDIA-Ranking der Top-50-News-Sites mit einem Plus von 79,8% bei den redaktionellen Visits aus dem Inland auf Platz 3 und überholte dabei Welt Online, Focus Online und sueddeutsche.de. N24 gewann sogar heftige 107,1%.

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N24 kletterte damit in unserem Nachrichten-Ranking von Platz 16 auf 12. Der Marktanteil, den MEEDIA für alle IVW-geprüften News-Websites errechnet, stieg bei N24 um satte 0,5 Prozentpunkte auf 1,29%. Noch deutlicher zulegen konnten bei den Marktanteilen nur Spiegel Online (+1,06) und n-tv.de, das mit dem Plus von 1,54 Zählern wie angedeutet an der Konkurrenz von Welt, Focus und Süddeutsche vorbei zog. Schon bei den TV-Marktanteilen profitierten n-tv und N24 von den Ereignissen in Japan, offenbar haben zahlreiche Menschen auch die Websites – und dort insbesondere die Livestreams – der beiden Infosender genutzt. So hat n-tv.de seine Bewegtbildabrufe im März nach eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr um 600% auf 10,5 Mio. gesteigert.

Nur unterdurchschnittlich zulegen konnte im März Bild.de. Zwar verbesserte sich das Boulevardangebot bei den redaktionellen Visits aus dem Inland um 17,5%, doch da die rund 200 von MEEDIA als Nachrichten-Sites gewerteten Angebote im Durchschnitt 26,9% gewinnen konnten, verlor Bild.de bei den Marktanteilen sogar. Der Vorsprung auf Spiegel Online schrumpfte zudem auf den geringsten Wert seit Mai 2010. Bei den Gesamt-Visits, also den Besuchen aller Inhalte liegt Bild.de mit 195,35 Mio. Visits noch knapper vor SpOn, das auf 189,82 Mio. kam. Zur Erinnerung: Um einen möglichst genauen Blick auf den deutschen Nachrichtenmarkt werfen zu können, werden in unseren News-Top-50-Rankings nur die redaktionellen Visits aus dem Inland gewertet, also keine Besuche von Spielen, Communities, etc. Die MEEDIA-exklusiven Marktanteile zeigen dabei anschaulich, wie sich einzelne Angebote im Vergleich zum Markt entwickeln.

Neben Bild.de verlor in der Top Ten ansonsten nur RP Online Marktanteile. Ohnehin konnten die Angebote mit regionalem Background erwartungsgemäß nicht so sehr von dem erhöhten Informationsbedürfnis in Folge des Japan-Dramas profitieren. So verloren auf den ersten 25 Plätzen auch Express Online, das Hamburger Abendblatt, DerWesten, tagesspiegel.de, die Frankfurter Rundschau, der Kölner Stadt-Anzeiger, die Hamburger Morgenpost, die Berliner Morgenpost und tz Online Marktanteile. Am deutlichsten traf es hierbei Express Online, das 0,24 Marktanteilspunkte verlor – auch trotz Karneval.

Die zweite Hälfte unseres Rankings zeigt noch deutlicher, dass vor allem die großen überregionalen Angebote zulegen konnten, während die kleineren, regionalen Nachrichten-Websites nur unterdurchschnittlich stark wuchsen. 23 der 25 Angebote auf den Plätzen 26 bis 50 verloren Marktanteile, nur die Augsburger Allgemeine und Reuters Deutschland konnten im Vergleich zum Februar zulegen. Dennoch verbesserten auch hier 24 der 25 Websites ihre redaktionellen Visits – allerdings eben zumeist auf niedrigerem Niveau als der Branchen-Durchschnitt. Ein Angebot lag sogar unter den Zahlen aus dem Februar: die Rhein-Zeitung verlor 4,0% ihrer redaktionellen Visits aus dem Inland, der Marktanteilsverlust von 0,07 Punkten ist damit der größte in dieser zweiten Hälfte des MEEDIA-Rankings:

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