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Galakids: Treff für Latte-Macchiato-Muttis

Die Gala hat Nachwuchs bekommen: Am morgigen Donnerstag erscheint zum ersten Mal Galakids. Das Magazin bietet einen Themenmix aus Promi-Klatsch, Lifestyle und Service-Stücken und richtet sich an "Yummie Mummies", besser gesagt Latte-Macchiato-Mütter, die ihre stylischen Kinderwagen durch die Szeneviertel schieben, an ihren Jüngsten von bis zu 12 Jahren ihre Fashion-Sucht auslassen wollen und auch selbst jeden Trend mitmachen. MEEDIA hat einen Blick in das Heft geworfen: Noch wirkt das Konzept nicht durchdacht.

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Derzeit schießen sogenannte Mütter-Magazine wie Pilze aus dem Boden. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem LunaMum und Mama’s Life gelauncht, letzte Woche ging das Heft Lob, das sich ausdrücklich an berufstätige Mütter und Väter richtet, an den Kiosk. Und nun Galakids, das sich anders als die anderen Magazine, auf die Muttis und Vatis aus Hollywood stürzt. Ein One Shot, dem man bei Gruner Potenzial zum Dauerläufer zutraut.

In fünf Rubriken news&trends, coverstory, fashion&fun, wellness&care sowie lifestyle&more ist der VIP-Faktor entsprechend hoch. Da wird der Nachwuchs von Jessica Alba, Gwen Stefani oder den Beckhams von der Galakids-Jury im Style-Check geprüft, Mutter-Kind-Mode zum Nachmachen gezeigt und moderne Buggys & Co. vorgestellt. In der Cover-Story geht es um die Erziehungskonzepte der Hollywood-Stars, die die Redaktion in die Kategorien stylisch, lässig, Öko und streng unterteilen. Dabei wird zutage gefördert, dass die Kinder von Madonna ihr Zimmer selber aufräumen müssen und dass die Kinder von Julia Roberts mit Biowindeln gewickelt wurden. In der Fashion-Kolumne erklärt Anne Meyer-Minnemann, Chefreporterin der Gala, den sogenannten "Suri-Effekt". Deren Mutter Katie Holmes sei es zu verdanken, dass Spielplätze zu Hello-Kitty-freien Zonen wurden und es bei H&M nun goldige Volantkleider und Webpelzjacken gebe. Dennoch plädiert die Autorin dafür, dass Kinder nicht so trendig wie Erwachsene rumlaufen sollten. "Dann mutieren Stil-Ikönchen schnell zu Fashion-Opfern." Danke für die Ehrlichkeit an dieser Stelle.
Ein Plus verdient das Magazin durch Playtime, ein Heft zum Rausnehmen für die Kinder der Leserin. Auf 16 Seiten bietet das Extra Rätsel, Spiele und Geschichten. Großen Wert legt die Galakids-Redaktion auf Style und Fashion. So enthält das Magazin enorm viele Strecken über Mode, Schuhe, Taschen und Accessoires sowohl für Mutter und Kind als auch nur für Tochter und Sohn. Insgesamt sind es von den 146 Seiten mehr als 40 Seiten, bei zehn Seiten Anzeigen. Die Fotos sind ästethisch schön anzusehen. Doch wenn Kinder als Charleston-Damen herausgeputzt werden, auftupierte Hochsteckfrisuren und künstliche Wimpern tragen, hat das nichts mehr mit Natürlichkeit zu tun. Wie war das noch mit den Fashion-Opfern?

Das Konzept von Galakids wirkt wie ein Kiosk, der versucht, alles anzubieten, was sich zwischen Promi-Familienleben und dem Alltag von "Normalos" alles abspielt. Dadurch wirkt das Heft weniger aufgeräumt. Es werden Buggys angepriesen, die knuddeligsten Kuscheltiere vorgestellt, die besten Reiseziele mit Kindern verraten oder die Vor- und Nachteile von Pflegeprodukte für die Kleinen aufgeschrieben. Zu kurz kommen dabei die Inhalte, die zwar nicht mit Tiefe glänzen, aber durchaus unterhaltsam sind. Dazu zählt beispielsweise der Bericht über die abgefahrenen Kinderpartys in Hollywood, für die die VIP-Eltern gerne mal 100.000 Dollar springen lassen, wenn sie sich einen Zoo im Garten aufbauen lassen – Tiger inklusive – und nicht nur den Kindern, sondern auch ihren Eltern eine Goodie-Bag mit Ed-Hardy-Kappen zum Abschied mitgegeben.
Ob der Nachwuchs aus der Gala-Familie wie die anderen Line-Extensions GalaStyle, GalaWedding und GalaMen in Serie gehen wird, wird wohl anhand des Verkaufs des ersten Heftes entschieden. Anders als das ebenfalls von G+J verlegte Familienheft Nido, das sich den alltäglichen Herausforderungen des Familienlebens widmet und auch mal die Sinnfrage stellt, ist Galakids vor allem ein mit von Produkten überbordendes Blätterheft, eine Schmuseecke für Anzeigenkunden und eine starhungrige Käuferinnenklientel. Ab Donnerstag gibt es das Heft für 3,80 Euro am Kiosk.

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