Hano erhält Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geht in diesem Jahr an den Leiter des ZDF-Studios in Peking, Johannes Hano. Der Fernsehjournalist hatte über die Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan berichtet. Laut Jury seien seine Berichte trotz der unübersichtlichen und sich ständig verändernden Informationslage stets präzise gewesen. Auch in einer Ausnahmesituation blieb Johannes Hano den Maßstäben eines kritischen, unbestechlichen Journalismus verpflichtet, so die Begründung. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

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In der Reihe vieler guter Berichte deutscher Korrespondenten habe Hanos Stil in besonderem Maße herausgeragt und ihn zum verdienten Preisträger gemacht. Die Jury würdigt mit der Auszeichnung auch die engagierten und mutigen Mitarbeiter des Auslandsstudios Peking, die unter schwierigen politischen Bedingungen eine wahrheitsgetreue Berichterstattung erst ermöglicht hätten. Ursprünglich waren 18 Beschäftigte für das ZDF in Tokio tätig, wo Hano, Jahrgang 1962, sich auch für das ZDF-Büro verantwortlich zeichnet. Zuletzt wurden Johannes Hano und Jörg-Hendrik Brase und ihr Team nach Osaka abgezogen.
Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis geht an die NDR-Korrespondentin und Reporterin Ariane Reimers. Ihre Reportagen aus dem Norden Japans für "Tagesschau" und "Tagesthemen" gehörten zum Besten, was das Fernsehen über die Krise in Japan gesendet hat, so die Jury. "Die persönlichen Eindrücke, die Ariane Reimers auf ihrer Reise durch die Trümmerwüste der Region gesammelt hat, die Begegnungen mit den Menschen im Schockzustand und die bedrückenden Aufnahmen ihres Kamerateams haben den Fernsehzuschauern in Deutschland sowohl ein wirklichkeitsnahes Bild der äußeren Geschehnisse wie einen sensiblen Einblick in die seelische Verfassung der Opfer vermittelt."
Reimers habe die außergewöhnliche Fähigkeit, zu sehen und zu hören und darüber eindringlich zu berichten, ohne Klischees der Krisenberichterstattung zu bedienen. Reimers, Jahrgang 1973, ist seit 2010 ARD-Korrespondentin in Peking, zuvor war sie Autorin für das ARD-Politmagazin "Panorama" und Redakteurin bei den "Tagesthemen".

Neben den beiden Preisen verleiht die Jury einen Sonderpreis (2.500 Euro) an den libyschen Staatsbürger Nasser Hadar. Als freier Mitarbeiter von Al-Dschasira dokumentierte der Computeringenieur im Internet die Proteste und Kämpfe in Libyen, wobei es ihm gelang, die Internetsperre der libyschen Staatsführung zu umgehen. Die Jury zeichnet ihn stellvertretend für all jene aus, die vor Ort unter höchstem Risiko die Weltöffentlichkeit über die Lage in Krisengebieten unterrichten.
Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geht auf seinen Namensgeber, den verstorbenen "Tagesthemen"-Moderator Hanns-Joachim Friedrichs, zurück und wird seit 1995 jährlich an Fernsehjournalisten verliehen, die Herausragendes geleistet haben. Zu den Preisträgern zählten bereits Claus Kleber (2010), Nikolaus Brender (2009), Anne Will (2007) und Antonia Rados (2003).

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