Bauer kassiert EV wegen Abo-Werbung

Zu offensive Werbung: Das Landgericht Hamburg hat der Bauer Vertriebs KG per einstweiliger Verfügung untersagt, unaufgefordert Benachrichtigungen über eine Warensendung zu verschicken, wenn den Verbrauchern bei Rückruf ein Zeitschriftenabo angeboten wird. Das teilte die Verbraucherzentrale Hamburg mit, die auch den Antrag gestellt hatte. Verbraucher erhielten von dem Vertriebsunternehmen eine persönlich an sie adressierte Postkarte mit der Bitte um einen Anruf.

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Die Mitteilung auf den Karten lautete: "Wir halten eine Warensendung für Sie bereit. Die Sendung wird 7 Tage für Sie aufbewahrt. Bitte rufen Sie uns schnell an. Ihr Anruf ist kostenlos." Die Karte ähnelte laut der Verbraucherzentrale Hamburg in ihrer äußeren Gestaltung deutlich den üblicherweise von Zustellungsunternehmen verwendeten Karten. Riefen die Empfänger zurück, so wurde ihnen unter anderem der Abschluss eines Zeitschriftenabos angedient.
"Dieses Vorgehen stellt nach unserer Auffassung einen klaren Wettbewerbsverstoß dar", teilt die Verbraucherzentrale mit. Die Konsumenten würden durch die Aufmachung der Karte über den Werbecharakter getäuscht. "Zudem müssen sie nicht damit rechnen, dass ihnen bei Rückruf ein Zeitschriftenabo verkauft werden soll."
Nachdem die Bauer Vertriebs KG nicht bereit war, die von der Verbraucherzentrale geforderte Unterlassungserklärung abzugeben, wurde ihr nun durch das Landgericht Hamburg diese Werbepraxis verboten. Ob sie das Urteil akzeptiert oder Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegt, steht noch nicht fest.
Auf MEEDIA-Anfrage sagte eine Verlagssprecherin, dass die Werbeaktion "juristisch sauber" sei. Die Benachrichtigungskarte informiere über ein echtes Geschenk, das von der Vertriebs KG bereitgehalten wird. Die Annahme des Geschenkes sei zudem unabhängig von einer vertraglichen Bindung.

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