Springer holt Konstantin Neven DuMont

Überraschende Personalie im Medienhaus Axel Springer: Der ehemalige Strategie-Vorstand von DuMont Schauberg, Konstantin Neven DuMont, wechselt als Sonderbeauftragter für sämtliche Social Media-Aktivitäten des Verlages nach Berlin. Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, soll DuMont seinen neuen Job noch vor Ostern antreten. Als Super-Chefredakteur wird der 41-Jährige, so heißt es weiter, direkt an Vorstandschef Mathias Döpfner berichten.

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Mit dieser Maßnahme wolle der Vorstand die Entwicklung von Präsenzen eigener Zeitungs- und Zeitschriftenangebote in den populären sozialen Netzwerken forcieren und eine umfassende Diskussionskultur rund um die etablierten Print-Marken (u.a. Bild, Welt, Hörzu) schaffen. Die Bündelung dieser Anstrengungen soll schon lange ein Herzensanliegen von CEO Döpfner gewesen sein. Erst kürzlich hatte der am Rande der Vorstellung der Unternehmensbilanz den jungen DuMont zudem als einen der "talentiertesten und am meisten unterschätzten Medienmacher der Republik" bezeichnet. Mit dem Schritt Richtung soziale Netzwerke steht Springer zudem nicht allein. So heuert auch der Spiegel-Verlag derzeit verstärkt Social Media-Fachkräfte an.
Dass die Wahl des dafür verantwortlichen General-Managers nun ausgerechnet auf den erst vor kurzem beim viertgrößten deutschen Zeitungshaus M. DuMont Schauberg ausgeschiedenen Verlagserben fiel, kommt allerdings einer Branchen-Sensation gleich. Konstantin Neven DuMont gilt als einer der schillerndsten Vertreter unter den Medienlenkern, der nach offener Kritik am eigenen Verlag in Köln ausgemustert worden war. Offiziell steht der Sohn von Alt-Verleger Alfred Neven DuMont dort noch bis 30. Juni unter Vertrag. Beide Seiten einigten sich jedoch aufgrund der Springer-Offerte auf eine sofortige Freigabe.
Am neuen Arbeitsplatz dürfte der umtriebige Neuzugang nicht nur mit offenen Armen empfangen werden, wozu schon der eher sperrig klingende Titel beiträgt, den DuMont bei Springer führen wird: "Social Media Editor at Large and in Full" lautet die Funktionsbezeichnung, auf die sich der Verlag mit DuMont geeinigt hat. Offen ist noch, ob DuMont etwa in Facebook-Fragen den Chefredakteuren der einzelnen Blätter weisungsbefugt sein wird. Ein langjähriger Redaktionsleiter, der namentlich nicht genannt werden will, dazu: "Wenn das stimmt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Erst wollte man uns den Aust unterjubeln und jetzt soll wieder ein Externer angeblich höhere Kompetenz haben als die erfahrenen Blattmacher bei uns." Wie zu hören ist, soll auch Springer-Zeitschriftenvorstand Wiele von der Verpflichtung zunächst nicht besonders angetan gewesen sein.
Bislang haben Springer wie Neven DuMont keinerlei Kommentar abgegeben. Eine Erklärung in der Sache wird allerdings kurzfristig erwartet – aller Voraussicht nach noch am heutigen Freitag, dem 1. April.

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