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Ausgesperrt: China blockiert Xing

China ist kein Freund von sozialen Netzwerken. Nach Twitter, Facebook und LinkedIn sperrt die dortige Regierung nun offenbar auch das deutsche Karrierenetzwerk Xing. "Wir gehen davon aus, dass unser Service durch die sogenannte 'Great Firewall of China' geblockt wird", teilt Xing in seinem hauseigenen Blog mit. Man habe bereits seine Anwälte eingeschaltet, die vor Ort in China sind, um das Problem zu lösen. Allerdings seien die Chancen, den Dienst wieder freizuschalten, gering.

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Xing beklagt seit ungefähr zehn Tagen Probleme in China. Während das Portal in Hong Kong derzeit noch erreichbar sei, funktioniere der Dienst in Shanghai nur sehr eingeschränkt und in Peking sowie in übrigen Teilen des Landes gar nicht mehr, so das Unternehmen. Nun will das Netzwerk Kontakt mit deutschen Behörden aufnehmen und versuchen, über diesen Weg zu erwirken, "dass unsere Mitglieder in China Xing wieder reibungslos nutzen können", heißt es im Blog. Nach eigenen Angaben zählt es rund 500.000 Mitglieder in dem asiatischen Land.
Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die zunehmende Internetzensur und die verstärkten Repressionen gegen Medien in China. Insbesondere seit den Erhebungen in arabischen Ländern habe die staatliche Online-Überwachung deutlich zugenommen. Die Repressionen gegen Xing "passen in das Bild einer seit einigen Monaten währenden dramatischen systematischen Filterpolitik in der Volksrepublik. Die Regierung versucht derzeit mit allen Mitteln, kritische Debatten im Netz zu unterdrücken", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Rickerts. Mehr denn je verdiene die chinesische Regierung heute den Titel "Feind des Internets".
Erst am 21. März hatte das Internetunternehmen Google die chinesischen Behörden beschuldigt, für Probleme mit dem E-Mail-Dienst Gmail verantwortlich zu sein. Chinesische Nutzer dieses Dienstes berichteten, seit Ende Februar Schwierigkeiten beim Zugriff auf die Gmail-Website und beim Versand von Nachrichten zu haben. Google vermeldete zudem Störungen seines "Instant Messaging Service".
Diese zensorischen Eingriffe kommen in einer Zeit, in der die chinesischen Behörden versuchen, Demonstrationsaufrufe zu unterbinden. Seit den Erhebungen in Tunesien und Ägypten haben Internetnutzer zahlreiche Appelle zu Protesten über das Internet verbreitet. Die Behörden reagierten mit Filterungen nach Schlüsselwörtern wie "Jasmin", "Ägypten" und "Tunesien". Seit einigen Wochen werden zudem vermehrt Internet-Aktivisten festgenommen. "Die Behörden sind entschlossen, jeden ins Gefängnis zu bringen, der die Revolutionen in der arabischen Welt unterstützt oder Aufrufe für ähnliche Erhebungen in China veröffentlicht", so ROG.
Seit mehreren Jahren steht China auf der Liste der "Feinde des Internets", die ROG jährlich mit einem umfassenden Bericht zur weltweiten Lage der Internetfreiheit veröffentlicht. Am 12. März, dem von ROG initiierten "Welttag gegen Internetzensur", stellte ROG seinen jüngsten Internetbericht vor.

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