„Wir wissen ja, wie die Medien funktionieren“

Sie sucht den Weg zurück in die Presse - wenn auch unfreiwillig. Monica Lierhaus und ihr Lebensgefährte Rolf Hellgardt haben der Zeit auf eigenem Wunsch ein Interview gegeben. Das Paar wehrt sich im Gespräch mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gegen die mediale Kritik am Auftritt bei der Goldenen Kamera und erklärt, warum sie in den letzten zwei Jahren so massiv gegen die Berichterstattung vorgegangen sind. "Wir wissen ja, wie die Medien funktionieren", sagt Hellgardt.

Anzeige

In dem dreiseitigen Interview spricht di Lorenzo die Fragen an, die die Öffentlichkeit nach dem ersten öffentlichen Auftritt von Lierhaus bei der Goldenen Kamera diskutierte. So geht es auch um das umstrittene Honorar von 450.000 Euro, das die 40-Jährige als Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie erhalten soll. Lierhaus verstehe zwar, dass das ein Problem für andere darstelle. Ihr sei die Höhe der Summe vorgeschlagen worden, die sie übrigens auch im Gespräch mit der Zeit nicht bestätigte.

Auf die Frage, was sie ihren Kritikern entgegen halte, sagt Lierhaus: "Dass alle dafür Geld bekommen haben und dass ich ja auch von irgendwas leben muss." Beim Vergleich der Honorare von anderen Kollegen springt ihr Lebensgefährte ihr bei, viele hätten nicht das Gleiche gemacht: "Monica hat sich ihr Leben lang engagiert, für Unicef, für ‚Nichtrauchen ist cool’…"
Di Lorenzo spricht auch an, dass Hellgardts Rolle in den Medien als zwielichtig dargestellt wurde. Der 42-Jährige stellt dabei klar, dass er bereits während des schlechten Gesundheitszustandes seiner Partnerin angefangen habe, sich um weitere Engagements für sie zu kümmern. "Mir war von vornherein klar: So wie Monica tickt, braucht sie Licht am Ende des Tunnels. Und der Tunnel war stockfinster." Der Spiegel hatte in einem kritischen Artikel geschrieben, dass Hellgardt aus dem Zustand seiner Partnerin Kapital schlage. "Das ist schon verletzend gewesen und auch unverständlich. Wenn das unsere Absicht gewesen wäre, dann hätten wir jede Menge Angebote annehmen können und schon aus Werbeeinnahmen ein Zigfaches dessen bekommen, was jetzt in der Öffentlichkeit diskutiert wird."
Hellgardt berichtet weiter von dem medialen Aufruhr, der kurz nach der Bekanntgabe der Erkrankung von Lierhaus losgetreten wurde. "Es war nicht okay, dass Details aus dem Krankenhaus über Monicas Gesundheitszustand veröffentlicht wurden", begründet Hellgardt das massive juristische Vorgehen gegen die Medien. Unter anderem musste die Hamburger Morgenpost 25.000 Euro an Schmerzensgeld zahlen. Hauptziel des Fernsehproduzenten sei gewesen, ein Foto zu verhindern, das Lierhaus in einem Zustand zeige, in dem sie sich selbst nicht hätte zeigen wollen.

Hellgardt sei sich sicher, dass diese Fotos existierten. "Ich hatte das Gefühl, dass, gerade weil wir aus der Medienbranche kommen, mit besonderer Härte gegen uns vorgegangen wurde." Sie seien in der ersten Zeit im Krankenhaus belagert worden, Leute hätten versucht, sich Zugang zum Zimmer zu verschaffen, so dass Wachpersonal engagiert wurde. Auch vor dem Privathaus sei Hellgardt  von "fünf vermummten Jungs" mit Baseballschlägern bedroht worden. "Vielleicht hat jemand versucht, uns damit das Rückgrat zu brechen, damit wir mit den Medien zusammenarbeiten." Wen er dahinter vermutet, ließ Hellgardt offen.
In Zukunft wollen Hellgardt und Lierhaus nicht mehr über sich preisgeben, als sie vor der OP getan haben. Man werde das Privatleben nicht auf einmal in die Öffentlichkeit zerren, nur weil es einen Heiratsantrag auf der Bühne gegeben habe. "Das war ein großer, ja vielleicht zu privater Moment", so Hellgardt.  

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige