G+J meldet für 2010 Gewinnsprung

Gruner + Jahr ist wieder in der Erfolgsspur: Mit einer deutlichen Ergebnissteigerung und einem kräftigen Anstieg der Rendite bei minimalem Umsatzwachstum hat sich das Medienhaus 2010 von der Krise verabschiedet. Grund für den Aufwärtstrend ist zwar auch die Aufhellung am Werbemarkt, der Gewinnsprung ist allerdings in erster Linie Folge des Kosten- und Effizienzprogramms, das der Vorstand unter CEO Bernd Buchholz seit 2009 umgesetzt hat.

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Die guten Zahlen, die Buchholz am Donnerstag Vormittag in Hamburg präsentierte, waren vom Trend her kein Geheimnis. Schließlich hatte Mutterkonzern Bertelsmann bei seiner Jahres-Bilanz-PK am Dienstag in Berlin bereits die Eckdaten kommuniziert. Die wichtigsten Werte des Zeitschriftenhauses: Im Geschäftsjahr 2010 erzielte G+J ein leichtes (überwiegend organisches) Wachstum von 1,6 Prozent. Der Umsatz stieg von 2,508 Milliarden Euro 2009 auf 2,549 Milliarden. Das operative Ergebnis vor Einmaleffekten toppte mit 287 Millionen Euro das Vorjahresergebnis (203 Mio.) immens und lag damit auch über den Ergebnisniveaus der Vorkrisenjahre. Die Umsatzrendite stieg auf 11,2 Prozent (Vorjahr: 8,1 Prozent).
Auch beim Operating EBIT nach Einmaleffekten machte das Medienhaus einen Riesensprung: 269 Millionen Euro gegenüber lediglich 56 Millionen Euro 2009, als das Gros der Restrukturierungskosten verbucht wurde. Der Jahresüberschuss liegt unterm Strich bei 166 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte G+J da noch ein Minus von 18 Millionen Euro ausgewiesen.
Für Vorstandsschef Bernd Buchholz liegt der Schlüssel zum Bilanzerfolg in den Managementmaßnahmen der vergangenen zwei Jahre: "Wir sind erfolgreich, weil wir uns in vielen Bereichen konsequent verändert und den Status quo in Frage gestellt haben. Das Ergebnis zeigt, dass unsere Umbaumaßnahmen nachhaltig wirken und die Investitionen in unsere Marken, Weiterentwicklungen unserer Digitalaktivitäten sowie die Wachstumsfelder Corporate Publishing, Digitalvermarktung und Internationalisierung Früchte tragen."
Als Erfolgsfaktor schläögt auch die Akquise neuer Corporate Publishing-Aufträge zu Buche; 2010 konnte das Unternehmen national und international über 50 Neukunden gewinnen. Darüber hinaus ist die Bilanz der Vermarktungseinheit sowohl digital wie im klassischen Printmarkt beeindruckend. Insgesamt verzeichnet G+J Media Sales in 2010 ein Wachstum von 8,6 Prozent und liegt damit klar über dem Gesamtmarkt der Publikumszeitschriften (plus 4,3 Prozent). Weiterer Wachstumsmotor ist China, wo die Geschäfte um 20 Prozent zulegen konnten. Und mit Indien steht ein weiterer Markt schon auf der Expansionsliste.
Finanzvorstand Achim Twardy signalisiert, dass Gruner nun auch über genügend Mittel verfügt, um Zukäufe in Angriff zu nehmen: "Das äußerst gute Ergebnis versetzt uns in die Lage, in unser Stammgeschäft und in neue Geschäftsfelder zu investieren." Von CEO Bernd Buchholz weiß man, dass er seit langem mit einem Engagement im Bereich des Professional Publishing liebäugelt und vor allem den Handel mit datenbankgestützten Informationen als Wachstumsmotor im Medienhaus etablieren möchte. Eine schnelle Vollzugsmeldung ist allerdings kaum zu erwarten. Bereits bei der Bertelsmann-Jahrespressekonferenz hatte er dazu erklärt: "Wir haben keinen Zeitdruck. Wir verfolgen dieses Ziel mit dem notwendigen Ernst und lassen uns nicht treiben."

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