Berliner Morgenpost gewinnt Wächterpreis

Die Sieger des Wächterpreises der Tagespresse 2011 stehen fest. Den ersten Platz belegt das Team der Berliner Morgenpost für ihre Berichterstattung über die Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg. Den mit 12.000 Euro dotierten Preis dürfen sich die Redakteure Jens Anker, Michael Behrendt, Joachim Fahrun, Anne Klesse und Daniel Müller teilen. Die fünf Journalisten hätten das gesellschaftliche Bewusstsein dafür geschärft, solche Vorgänge unter keinen Umständen hinzunehmen, so die Begründung der Jury.

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Der zweite Preis (8.000 Euro) geht an Andreas Damm und Detlef Schmalenberg vom Kölner Stadt-Anzeiger. Die zwei Redakteure hätten den Einsturz des Kölner Stadt-Archivs beim U-Bahn-Bau umfangreich aufgearbeitet und Einzelheiten dargelegt, aus denen sich gravierende Fehlleistungen der Verantwortlichen, zum Teil mit kriminellem Einschlag, ergeben hatten, kommentierte die Jury die Entscheidung.
Die Frankfurter Rundschau darf sich über den dritten Platz freuen. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis geht an Matthias Thieme, der in einer Serie von Artikeln die Reglementierung vier hessischer Steuerfahnder recherchierte und veröffentlichte. Thieme legte damit Verflechtungen und Abhängigkeiten innerhalb der Hessischen Finanzverwaltung offen. Die Berichte führten zu einer öffentlichen Debatte und zu einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Mit dem Wächterpreis für Volontäre (4.000 Euro) wurde Christina Hucklenbroich von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgezeichnet. Sie berichtete anschaulich über die schwierige berufliche Situation junger Tierärzte und ermöglichte damit weitgehend unbekannte Einblicke in einen Beruf, der sich dramatisch gewandelt hat, so die Jury.
Die Stiftung Freiheit der Presse vergibt den Wächterpreis in diesem Jahr zum 42. Mal. Dabei ist der Name Programm. Er geht auf die Wächterfunktion der Presse zurück. Seit 1969 zeichnet die Stiftung "Freiheit der Presse" couragierte Journalisten für kritische und investigative Berichterstattung aus.
Die Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury, bestehend aus Hermann Rudolph (Herausgeber des Berliner Tagesspiegels), Hans Eggert (Chefredakteur Sächsische Zeitung), Laurent Fischer (Verleger Nordbayerischer Kurier), Roland Hof (Cheferdakteur Darmstädter Echo) und Konstantin Neven DuMont ausgewählt. Am 18. Mai 2011 werden die Preisträger im Rahmen einer Feierstunde im Kaisersaal des Frankfurter Römer geehrt. In dieser Feierstunde wird der Verleger Dr. Dirk Ippen sprechen.
Im vergangenen Jahr belegte der Bonner General-Anzeiger (Lisa Inhoffen, Rita Klein, Bettina Köhl, Bernd Leyendecker, Florian Ludwig und Wolfgang Wiedlich) den ersten Platz, gefolgt vom Weser-Kurier aus Bremen (Christine Kröger) und der Zeit (Roland Kirbach). Der Wächterpreis für Volontäre ging an Steven Hanke von der Märkischen Allgemeinen.

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