Anzeige

‚DSDS‘-Panik: Vorwürfe gegen Veranstalter

Nach der Massenpanik bei der Autogrammstunde der "DSDS"-Kandidaten in Oberhausen plant die Staatsanwaltschaft, ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung einzuleiten. "Es zeichnet sich ab, dass es ein Verfahren bei uns geben wird", sagte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft gegenüber dem Handelsblatt. Die Stadt Oberhausen erhebt derweil schwere Vorwürfe gegen den Veranstalter Centro. Das Event sei zu spät angemeldet und die Rettungskräfte zu spät alarmiert worden.

Anzeige

Centro-Manager Marcus Remak wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Autogrammstunde sei nicht verspätet angemeldet worden, sondern habe angesichts der vergleichsweise geringen Anzahl der erwarteten Fans keiner Anmeldung bedurft, wie eine telefonische Nachfrage bei der Stadt ergab. Man habe nicht wissen können, dass viermal so viele Menschen zu der Autogrammstunde kommen würden, man sei völlig überrascht gewesen. Nach Angaben des Veranstalters waren am vergangenen Wochenende zur Autogrammstunde der RTL-Castingkandidaten bis zu 5.000 Fans erwartet worden, allerdings kamen rund dreimal so viele nach Oberhausen.
Auch der Vorwurf, das Centro habe zu spät auf die Massenpanik reagiert, weist der Veranstalter zurück. Nach Angaben der Stadt Oberhausen sei das Event erst "auf dringende Aufforderung der Einsatzleitung" von Polizei und Feuerwehr abgebrochen worden.
"Wir stehen derzeit im engen Kontakt mit Behörden und beteiligten Unternehmen. Zusammen werden wir die Ereignisse, die während der eigentlich als friedlich angekündigten Autogrammstunde geschehen sind, aufarbeiten und analysieren. Hierbei ist es unser vorrangiges Ziel, die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten, um diese in unsere Überlegung und Planungen für die geschäftlichen Abläufe mit einzubeziehen", erklärt Frank Pöstges-Pragal, Geschäftsführer des Centro Management, in einer Mitteilung. Als Konsequenz werde es keine derartige Veranstaltungen mehr in dem Einkaufszentrum geben.
Auch auf politischer Ebene hat der Fall folgen: Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger will nun prüfen lassen, ob der Sicherheitserlass für Großveranstaltungen ergänzt werden muss.
Bei der Autogrammstunde am vergangenen Wochenende waren mehr als 60 Menschen, darunter überwiegend Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren, verletzt worden. Vor den verschlossenen Türen des Einkaufszentrum kam es zu einer Massenpanik, weil die Fans gegen die verschlossenen Türen des Einkaufszentrums gedrückt hatten.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige