Matthias Prinz zum Kachelmann-Prozess

Kreativ “verrückte” Werber von Scholz & Friends aus Hamburg suchten Firmennachwuchs mit Hilfe einer digital aufgemotzten Pizza. Bei Spiegel Online tut sich wieder Einiges - die neuen, riesigen Aufmacherfotos wollen aber nicht Recht zum althergebrachten Layout passen. Der Star-Medienanwalt Matthias Prinz verteidigt das viel kritisierte Mannheimer Landgericht in Sachen Kachelmann, und das WeTab lässt mal wieder von sich hören.

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Diese “verrückten” Kreativen … Da suchte die Werberei Scholz & Friends neue Mitarbeiter für ihr Digital Team in Hamburg. Statt einer öden, blöden Stellenanzeige dachte man sich etwas ganz Kreatives aus. Man kooperierte mit einem Pizza-Lieferservice und zu jeder Pizza-Bestellung, die zu Überstundenzeiten (!) in eine Agentur geliefert wurde, legten die Scholzens eine “Pizza Digitale” obendrauf. Diese “Pizza Digitale” bestand aus Teig plus Tomatensoße in Form eines mit Handys lesbaren QR-Codes. Nun sollten die hungrigen Digital-Sklaven die Pizza gierig mit ihren iPhones scannen und siehe da: Das Phone zeigte die Stellenausschreibung von Scholz & Friends. Angeblich wurden aufgrund dieser bescheuerten Aktion zwölf Bewerbungsgespräche geführt. Die Werber haben dann noch ein YouTube-Video gemacht und die Story vom “Undercover-Recruiting” fleißig in der Branchenpresse gestreut. Die Bündelung an Kreativ-Klischees hier ist schwer verdaulich: Pizza, Überstunden, QR-Codes, YouTube, Buzz-Words. Und dann noch dieser Spruch: “Mit Speck fängt man Mäuse, mit Pizza digitale Kreative.”

Digital kreativ tobt man sich derzeit auch bei Spiegel Online aus. Ist es nur die Zufälligkeit der Ereignisse, dass sich beim einstigen Web-Nachrichten-Marktführer ganz viel tut, seit Matthias Müller von Blumencron wieder für Online zuständig ist? Neben dem neuen Karriere-Ressort und der Ankündigung neuer Apps ist es vor allem das großflächige Aufmacher-Foto, das seit einiger Zeit ins Auge des Betrachters sticht. Aber ganz ehrlich: Mir gefällt das nicht. Das Foto passt in seiner flatschigen Breite nicht harmonisch ins bisherige Layout. Generell ist gegen große Bilder nie was einzuwenden. Aber damit das gut aussieht, müsste bei SpOn noch ein optischer Relaunch aus einem Guss her. Vielleicht kommt der ja noch.

Der berühmte Medienanwalt Matthias Prinz hat planet-interview.de ein ebensolches gegeben, ein Interview also. Darin wird Prinz unter anderem zu seiner Lieblings-Lektüre befragt (Herald Tribune – wie langweilig!) und er äußert sich ausführlich zur Causa Kachelmann. Dabei zeigt er sich erstaunlich verständnisvoll für das viel gescholtene Mannheimer Landgericht: “Das Gericht scheint aber bemüht zu sein, keine Fehler zu machen, jedem Ansatz nachzugehen und den Fall in allen Details zu überprüfen. Da kann man zwar einzelne Entscheidungen kritisieren aber im Grundsatz ist das richtig.” Soviel Lob aus so berufenem Munde hat das Mannheimer Landgericht in Sachen Kachelmann selten zu hören bekommen. Eigentlich noch nie….

Erinnert sich noch jemand an das WeTab? Das Möchtegern-iPad aus deutschen Landen? Diese Woche wurde der frühere WeTab-Impressario Helmut Hoffer von Ankershoffen nochmal für seine peinliche Nummer mit den gefälschten Jubel-Rezensionen fürs WeTab bei Amazon gerügt. Anlass genug, sich mal wieder auf der Facebook-Seite des notorischen Pannen-Pads herumzutreiben. Da wird tatsächlich angekündigt, dass das WeTab kommende Woche auf der MobileTech Conference 2011 in München dabei ist. Das WeTab, es lebt! Die Nutzerkommentare unter der Ankündigung bestehen aus der üblichen Mischung aus ätzendem Spott und Jubel-Kommentaren. Zitat von einem der Spötter: “Ihr gebt nicht auf, was? Wie ein im Sterben liegendes Tier.”

Schönes Wochenende!   

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