Anzeige

Die „Neu-Erfindung“ von Auf einen Blick

Obwohl Auf einen Blick schon lange zu den großen Cash-Cows der Bauer Media Group gehört, fällt das Blatt immer wieder in die Kategorie "unbekannter Riese". "Gerne wird vergessen, dass wir nicht nur Deutschlands größte wöchentliche Programm-, sondern auch die größte Frauenzeitschrift im Einzelhandel sind", sagt Chefredakteur Michael Heun gegenüber MEEDIA. Möglich wird die Doppelpositionierung durch das seltsam anmutende Zwei-In Einem-Konzept.

Anzeige

Heun selbst nennt seine Heft-Renovierung jedoch nicht Relaunch. Das klingt ihm zu stark nach dem Zwang, das Magazin auf Teufel komm raus überarbeiten zu müssen. "Mir ist Neu-Erfindung lieber", sagt er. „Denn wir haben uns nicht einfach so hingesetzt und in vier Wochen mal kurz ein neues Blatt zusammengeschraubt.“ Seit über einem Jahr arbeitet die Redaktion, unterstützt von großer Marktforschung, an dem Projekt. „Anstatt aber alles über den Haufen zu werfen, haben wir uns wieder stärker auf unsere Wurzeln konzentriert“, so der Blattmacher. „Wir wollten wissen: Was hat dieses Heft ausgemacht, dass es kurz nach seinem Start bereits eine Millionen-Auflage vorweisen konnte?“
Die Antwort: ein zunächst krude anmutender Themen-Mix aus Schicksals- und Nutzwert-Geschichten. So finden sich auf einer Doppelseite so unterschiedliche Stücke wie "Strom und Gas: Sparen Sie bis zu 500 Euro im Jahr", "3 Tipps für glänzendes Haar" oder „Bananen zum Schuheputzen". Den Lesern scheint jedoch genau diese scheinbar wilde Themenmischung zu  gefallen, glaubt die Redaktion. Offenbar entsteht so der Eindruck einer möglichst hohen Informationsdichte.
Eine weitere Innovation, auf die die Hamburger mächtig stolz sind, ist, dass sie wohl als erstes Magazin im deutschen Segment einen kleinen Lokalteil eingeführt haben. "Mit ‚Meine Heimat‘ ist eine Seite überschrieben, die den Leser jede Woche mit spannenden Themen und lesernahem Service aus der jeweiligen Region versorgt", heißt es in der Pressemitteilung des Verlages. 
Zudem gehört Auf einen Blick zu den wenigen Programmzeitschriften, bei denen es im Mantelteil nicht um die Inhalte aus der Flimmerkiste geht. "Bei uns suchen Sie die Mantelgeschichten vergeblich, deren einziger Aufhänger eine entsprechende TV-Sendung ist."
Als Ziel seines Relaunches wünscht sich Heun zweierlei: "Erst einmal wollen wir unseren Marktanteil erhöhen." Der liegt im Moment bei knapp über 29 Prozent. "Ich fände es höchst unsportlich, wenn ich nicht auch sagen würde, dass ich mittelfristig das Auflagen-Minus stoppen und den Trend umkehren will."
Aktuell kommt das Magazin auf eine wöchentlich verkaufte Auflage von 1.191.974 Exemplare. Im Vergleich zum Vorjahr liegt das Minus bei sechs Prozent. 

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige