WikiLeaks-Game: Klaut Obamas Aktentasche!

Ein Agent schleicht durch eine verlassene, chaotische Wohnung. Er sucht nach biologischen Daten, Geheimdokumenten und versteckten Hinweisen. Sein Ziel: Unterlagen sicherstellen, die WikiLeaks belasten und zum Verbot der Organisation führen. Die Ereignisse rund um die Whistleblower-Plattform und ihren Gründer Julian Assange taugen nicht nur für Hollywood, sondern auch für Spiele. Längst hat die Branche den Trend entdeckt und mehr oder weniger gute Werke produziert.

Anzeige

Ein Agent schleicht durch eine verlassene, chaotische Wohnung. Er sucht nach biologischen Daten, Geheimdokumenten und versteckten Hinweisen. Sein Ziel: Unterlagen sicherstellen, die WikiLeaks belasten und zum Verbot der Organisation führen. Die Ereignisse rund um die Whistleblower-Plattform und ihren Gründer Julian Assange taugen nicht nur für Verfilmungen, sondern werden auch in Spielen umgesetzt. Längst hat die Branche den Trend entdeckt und mehr oder weniger gute Werke produziert.
Die eingangs geschilderte Szene stammt aus Jonas Kyratzes‘ Spiel "You shall know the truth". Bei der Wahl des Titels inspirierte die Bibel den Frankfurter Entwickler. Ein Zitat darin besagt "You shall know the truth and the truth shall make you free". In dem Adventure ist aber das Gegenteil der Fall: Sammeln Sie viele WikiLeaks belastende Informationen, verschwinden Wände, der Boden wird schwarz und das Menü zerfällt. Auch Ausschnitte aus den US-Depeschen hat Kyratzes in das Spiel eingearbeitet.
Ein Bild aus der Wohnung, die Sie in "You shall know the truth" durchsuchen
"Mir war es wichtig, auf die Meinungsfreiheit hinzuweisen und zu zeigen, was in den Depeschen steht", sagt Kyratzes. Spiele seien dazu ein gutes Medium, weil man auch Menschen erreichen könne, hofft der 26-Jährige, die sich sonst weniger für die Depeschen-Inhalte interessieren. Anfangs suchte er auch Sponsoren für sein Projekt. "Die Idee musste ich aber schnell begraben." Denn das Feedback auf "You shall know the truth" war negativ. "’Zu extremistisch‘ musste ich mir oft anhören. Dabei beschreibt mein Spiel nur Fakten, und es geht nie um ökonomische Themen."
Während Kyratzes‘ Adventure tief in die Ereignisse um WikiLeaks eintaucht und dem Spieler einige Freiheiten lässt, sind die meisten anderen Whistleblower-Titel oberflächlicher. Auf der Plattform WikiLeaks-Stories.com, an der auch Kyratzes mitarbeitet, finden sich derzeit zwei weitere Projekte. In "Leaky World" müssen Sie Verbindungen zwischen Informanten weltweit herstellen. Dabei werden immerzu Links zu WikiLeaks-Geschichten eingestreut, die Sie mit einem Klick öffnen können. Noch simpler fällt das Prinzip von "Wikileakers" aus. In Retro-Optik steuern Sie Julian Assange, der ins Weiße Haus eingebrochen ist. Zwei Laser verfolgen Ihre Figur. Bei zu vielen Berührungen stirbt sie.
In "WikiLeaks –  The Game" stiehlt Julian Assange Daten von Barack Obamas Laptop
Ähnlich funktioniert "Uncle Sam vs. Wikileaks". Sie steuern den muskulösen Uncle Sam und müssen auf die Wikileaks-Server einschlagen, bis diese kaputt sind. Doch Vorsicht: Die Server spucken brisante Dokumente aus, die der Spielfigur Lebensenergie stehlen, wenn sie den Leak nicht rechtzeitig abblockt. Und in "Wikileaks – The Game" schlüpfen Sie erneut in die Rolle von Julian Assange. Diesmal versucht er, geheime Daten von Barack Obamas Laptop zu klauen. Wird er erwischt, klagt ihn die Regierung wegen sexueller Belästigung des Präsidenten an – eine sehr dezente Anspielung auf die Sexvorwürfe gegen Assange.
Eines stellt man bei genauer Betrachtung der Spiele schnell fest: Massentauglich ist keines von ihnen. Das weiß auch Entwickler Kyratzes: "Zu politischen Ereignissen werden selten Spiele gemacht." Er vermutet, dass es an dem Problem liegt, immer Bezug auf aktuelle Themen nehmen zu müssen. Für die Zukunft erwartet er dennoch, dass sich mehr Menschen für politische Spiele interessieren werden. Schon bald soll deshalb ein neues Projekt auf WikiLeaks-Stories.com veröffentlicht werden.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige